Monitoringbericht

    In ihrem Monitoring­bericht dokumentiert die Bundes­netz­agentur vier Mal im Jahr die Planungs- und Bau­fortschritte im Stromnetz­ausbau. Sie fragt dafür quartals­weise Daten bei den vier deutschen Über­tragungs­netz­betreibern Amprion, TenneT, TransnetBW und 50Hertz ab. Erfasst werden dabei sämtliche Vorhaben aus dem Gesetz zum Ausbau von Energie­leitungen (EnLAG) und dem Gesetz über den Bundes­bedarfsplan (BBPlG). Darüber hinaus umfasst die Abfrage auch die Anbindungs­leitungen zu Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee. Ein weiterer Bestand­teil des Monitoring­berichts sind geplante und bereits erfolgte netz­optimierende Maß­nahmen. Dies sind Aktivitäten der Netz­betreiber, mit denen sie eine höhere Aus­lastung des bestehenden Über­tragungs­netzes erreichen wollen. Leitungs­projekte im Verteiler­netz werden dagegen nicht berücksichtigt.

    Stand nach dem ersten Quartal 2026

    Zum Stichtag (31. März 2026) umfassten das BBPlG und das EnLAG zusammen 128 Vorhaben mit insgesamt 419 Abschnitten und einer un­gefähren Gesamt­länge von 16.776 km. Für 19 Abschnitte standen die jeweils ersten Anträge auf Bundes­fach­planung beziehungsweise auf Raum­verträglichkeits­prüfungen noch aus. Vier Abschnitte befanden sich in Bundes­fach­planungs- oder Raum­ordnungs­verfahren beziehungs­weise Raum­verträglichkeits­prüfungen. Weitere 161 Abschnitte befanden sich vor oder in Plan­feststellungs- oder Anzeige­verfahren.127 Ab­schnitte waren genehmigt und befanden sich vorm oder im Bau. Fertig­gestellt waren 21 Abschnitte, weitere 87 Abschnitte waren bereits voll­ständig in Betrieb genommen.

    Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (BBPlG und EnLAG)

    951
    159
    6425
    4907
    1415
    2919
    noch nicht im Genehmigungs­verfahren
    im Bundes­fachplanungs- oder Raumordnungs­verfahren / in der Raum­verträglichkeits­prüfung
    im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
    genehmigt beziehungs­weise im Bau
    fertiggestellt
    in Betrieb

    Stichtag: 31. März 2026

    Die Gesamtlänge der EnLAG- und BBPlG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 16.776 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum vierten Quartal 2025):

    • etwa 951 km vor dem Genehmigungsverfahren (-92 km)
    • etwa 159 km im Bundes­fachplanungs- oder Raumordnungs­verfahren / in der Raum­verträglichkeits­prüfung (-209 km)
    • etwa 6.425 km vor dem oder im Planfeststellungs- oder Anzeigeverfahren (+260 km)
    • 4.907 km genehmigt und vor dem oder im Bau (-268 km)
    • 1.415 km fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb (+289 km)
    • 2.919 km vollständig in Betrieb (+15 km)

    Aktuelle Downloads

    Neben dem aktuellen Monitoringbericht können Sie verschiedene Übersichtskarten auch separat herunterladen. Ältere Berichte finden Sie in unserem Archiv.

    Bundesbedarfsplan

    Der Bundesbedarfsplan enthält aktuell 106 Ausbau­vorhaben. 29 davon sind als Pilot­projekte für verlust­arme Über­tragung über große Entfernungen (Hoch­spannungs-Gleichstrom-Übertragung) gekenn­zeichnet. 22 Gleichstrom-Vorhaben sind für die vorrangige Umsetzung mit Erdkabeln und zehn Wechsel­strom-Vorhaben für die Umsetzung mit Erd­kabeln auf Teil­abschnitten gekenn­zeichnet. Darüber sind ein Vorhaben als Pilot­projekt für Hoch­temperatur­leiterseile gekenn­zeichnet und 15 werden als See­kabel ausgeführt.

    37 Vorhaben sowie einzelne Bestand­teile von zehn weiteren Vorhaben sind als länder­übergreifend oder grenz­über­schreitend gekenn­zeichnet. Bei ihnen führt die Bundes­netz­agentur die Verfahren durch. Diese Vorhaben kamen zum Stichtag auf eine Gesamt­länge von etwa 9.604 km. Der Großteil der übrigen Vorhaben (etwa 5.146 km) liegt wie beim EnLAG in der Zuständig­keit der Länder. Hinzu kommen noch 218 km, für die das Bundes­amt für Seeschiff­fahrt und Hydrographie (BSH) die Verfahren durchführt.

    Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (BBPlG)

    951
    151
    6414
    4739
    1179
    1534
    noch nicht im Genehmigungs­verfahren
    im Bundes­fachplanungs- oder Raumordnungs­verfahren / in der Raum­verträglichkeits­prüfung
    im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
    genehmigt beziehungs­weise im Bau
    fertiggestellt
    in Betrieb

    Stichtag: 31. März 2026

    Die Gesamtlänge der BBPlG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 14.968 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum vierten Quartal 2025):

    • etwa 951 km vor dem Genehmigungsverfahren (-92 km)
    • etwa 151 km im Bundes­fachplanungs- oder Raumordnungs­verfahren / in der Raum­verträglichkeits­prüfung (-209 km)
    • etwa 6.414 km im oder vor dem Planfeststellungs- oder Anzeigeverfahren (+260 km)
    • 4.739 km genehmigt und vor dem oder im Bau (-244 km)
    • 1.179 km fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb (+265 km)
    • 1.534 km vollständig in Betrieb (+15 km)

    Details finden Sie im Kapitel »Vorhaben nach dem Bundes­bedarfsplan­gesetz« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden Vorhabenseiten.

    Energieleitungsausbaugesetz

    Das EnLAG listete ursprünglich 24 Ausbau­projekte auf. Nach Prüfungen im Rahmen der Erstellung der Netz­entwicklungs­pläne 2022 und 2024 wurden die Vorhaben 22 und 24 aus dem EnLAG gestrichen. Sechs der 22 Vorhaben sind als Erdkabel-Pilot­projekte gekenn­zeichnet. Bei diesen Vorhaben besteht unter bestimmten Voraus­setzungen die Möglichkeit zur Teil­erdverkabelung. Die Raum­ordnungs- und Plan­feststellungs­verfahren liegen in der Verantwortung der betroffenen Bundesländer.

    Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (EnLAG)

    8
    11
    168
    236
    1385
    noch nicht im Genehmigungs­verfahren
    im Raumordnungs­verfahren
    im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
    genehmigt beziehungs­weise im Bau
    fertiggestellt
    in Betrieb

    Stichtag: 31. März 2026

    Die Gesamtlänge der EnLAG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 1.808 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum vierten Quartal 2025):

    • etwa 8 km im Raumordnungsverfahren (keine Veränderung)
    • etwa 11 km im oder vor dem Planfeststellungs­verfahren (keine Veränderung)
    • 168 km genehmigt und vor dem oder im Bau (-24 km)
    • 236 km fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb (+24 km)
    • 1.385 km vollständig in Betrieb (+-0 km)

    Details finden Sie im Kapitel »Vorhaben nach dem Energie­leitungs­ausbau­gesetz« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden Vorhabenseiten.

    Offshore-Anbindungen

    Offshore-Anbindungs­leitungen verbinden die Offshore-Wind­parks in der Nord- und der Ostsee mit dem Über­tragungs­netz auf dem Festland. Details finden Sie im Kapitel »Ausbau der Offshore-Anbindungen« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den Übersichts­seiten zur Nordsee und zur Ostsee.

    Kein Teil des Offshore-Monitorings sind die Seekabel-Projekte NordLink, NeuConnect, Combined Grid Solution und Hansa PowerBridge, die unter das Bundes­bedarfs­plan-Monitoring fallen.

    Netzoptimierung

    Netzoptimierende Maßnahmen sollen die Auslastung des Übertragungs­netzes erhöhen. Sie umfassen unter anderem last­fluss­steuernde Maßnahmen, bei denen durch den Einbau spezieller Netz­betriebs­mittel der Last­fluss aktiv gesteuert werden kann. So können über­lastete Netz­elemente gezielt entlastet werden, ohne die Über­tragungs­fähigkeit des Netzes insgesamt zu erhöhen. Zum Stich­tag waren acht last­fluss­steuernde Maß­nahmen geplant oder im Bau. Davon waren drei Maßnahmen Teil des Start­netzes des NEP 2023-2037. Sechs weitere befanden sich bereits in Betrieb.

    Netzbooster-Anlagen könnten durch eine reaktive Netz­betriebs­führung Kosten für Redispatch­maßnahmen einsparen. Langfristig sollen die Lasten und Ein­speisungen so platziert werden, dass durch die Anlagen ein großer Teil des Über­tragungs­netzes entlastet und dieses so dauer­haft näher an seiner Belastungs­grenze (Dauer­betriebs­strom) betrieben werden könnte. Zum Stichtag waren vier Netzbooster-Anlagen geplant oder im Bau. Davon sind zwei Teil des Startnetzes des NEP 2023-2037.

    Weiterhin gehört zu diesen Maßnahmen das Freileitungs­monitoring. Dabei werden die Witterungs­bedingungen am Leiter­seil erfasst. So kann der Leiter situations­bedingt höher aus­gelastet werden, wenn beispiels­weise die Umgebungs­temperatur sehr niedrig ist.

    Hinzu kommt als netz­verstärkende Maßnahme der Einsatz von Hoch­temperatur­leitern, welche eine höhere Netz­kapazität gewähr­leisten können. Zum Stichtag waren bei zwei Vorhaben des EnLAG Hoch­temperatur­leiter abschnitts­weise bereits in Betrieb. Zudem waren sie bei 27 Vorhaben des BBPlG in Planung, im Bau, fertig­gestellt oder in Betrieb. Darüber hinaus waren Hoch­temperatur­leiter bei einer weiteren Maß­nahme des NEP 2023-2037/2045 vor­gesehen. Diese war Teil des Start­netzes. Ein Strom­kreis­abschnitt ist bereits seit 2012 in Betrieb.

    Details finden Sie im Kapitel »Netz­optimierungs- und -verstärkungs­maßnahmen« im aktuellen Monitoring­bericht.

    Archiv

    Im Archiv finden Sie die Monitoring­berichte der vergangenen Quartale und Jahre.

    H2Teilen

    Mastodon