Welche Grenzwerte gelten für elektrische und magnetische Felder und wer bestimmt sie?

Die Grenzwerte sind in der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung (26. BImSchV) festgelegt. Diese Verordnung befasst sich mit der Vorsorge und dem Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder.

Die 26. BImSchV schreibt für das Wechselstromnetz mit einer Frequenz von 50 Hertz (Hz) einen Immissionsgrenzwert der magnetischen Flussdichte von 100 Mikrotesla vor. Dieser gilt für alle Orte, an denen sich Menschen nicht nur vorübergehend aufhalten. Der Grenzwert für die elektrische Feldstärke beträgt fünf Kilovolt pro Meter. Für Gleichstromanlagen (0 Hz) gilt ein Grenzwert der magnetischen Flussdichte von 500 Mikrotesla.

Die Grenzwerte basieren auf aktuell gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie sind so festgelegt, dass die nachgewiesenen gesundheitsrelevanten Wirkungen sicher vermieden werden. Verschiedene Behörden und unabhängige Institutionen überprüfen die Grenzwerte in regelmäßigen Abständen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Strahlenschutzkommission (SSK), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC) und die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP).

Die 26. BImSchV wurde im Jahr 2013 novelliert und an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Neu eingeführt wurde dabei eine Minimierungspflicht. Diese soll sicherstellen, dass bei der Errichtung und bei wesentlichen Änderungen von Gleich- und Wechselstromanlagen alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder zu minimieren.