Navigation und Service

H2TopnaviService

H2Suche

H2Hauptnavigation

H3NavigationThemen

    Grund und Boden

    Bau und Betrieb von Hochspannungsleitungen können sich auf den Boden auswirken. Dabei hat der Boden viele Funktionen und betrifft unterschiedliche Bereiche. So kann Boden als Lebensraum für Tiere und Pflanzen dienen. Menschen nutzen Böden aber auch beispielsweise als landwirtschaftliche Flächen oder Erholungsraum. Menschen können Teile des Bodens auch besitzen in Form eines Grundstücks. Außerdem können im Boden Denkmäler zu finden sein, die zum kulturellen Erbe zählen.

    Strommast auf Feld hinter Häusern

    Wie sich Stromleitungen auf den Boden auswirken, unterscheidet sich stark. Zum einen sind nicht alle Bodenarten gleich. Zum anderen macht es einen großen Unterschied, ob eine Leitung als Freileitung gebaut oder als Erdkabel verlegt wird.
    Manche Auswirkungen sind zeitlich begrenzt. So kommt es beispielsweise während der Bauphase zu Belastungen durch Baustraßen. Auch der Erdaushub bei der Verlegung von Erdkabeln wirkt sich auf den Boden aus.
    Dauerhafte Beeinträchtigungen und Bodenveränderungen sind zum Beispiel möglich, wenn der Boden verdichtet wird und einen Teil seiner Funktionen verliert. Dies kann beim Verlegen von Erdkabeln und beim Errichten der Fundamente von Freileitungsmasten der Fall sein. Zudem können Kabeltrassen oder auch die Fundamente von Freileitungsmasten den Boden versiegeln.
    Welche genauen Auswirkungen ein spezielles Netzausbauvorhaben hat, hängt letztlich wesentlich von der Beschaffenheit der Böden und ihrer Empfindlichkeit ab.

    Was gehört zum Boden?

    Die gültige rechtliche Definition liefert das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG). Danach handelt es sich beim Boden um die oberste Erdkruste, soweit sie bestimmte Funktionen erfüllt. Zu diesen Funktionen gehören unter anderem:

    • Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen
    • Regulierung des Naturhaushalts, zum Beispiel durch Speichern und Filtern von Regenwasser
    • Nutzung als Fläche für Siedlung, Erholung und Landwirtschaft sowie als Rohstofflagerstätte
    • Archivfunktionen, zum Beispiel zum Erhalt historischer Natur- und Kulturgüter

    Optimierungsmaßnahmen

    umgepflügter Boden mit Klee. Foto: Bundesnetzagentur

    Bleibende Bodenschäden können durch eine frühzeitige bodenkundliche Planungs- und Baubegleitung vermindert werden. Eine Bodenverdichtung lässt sich möglicherweise durch technische Vorkehrungen der Bau- und Transportfahrzeuge verringern. Denkbar ist zum Beispiel der Einsatz von kettenbetriebenen Fahrzeugen, die ihr Gewicht gleichmäßiger verteilen.

    Landschaft und Landschaftsbild

    Landschaft

    Landschaften sind Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie dienen der Erholung und erzeugen bei vielen Menschen ein Heimat- und Zugehörigkeitsgefühl. Ein wichtiger Bestandteil der Landschaft ist der Boden.
    Unter dem Begriff Landschaftsbild versteht man die äußere, mit allen Sinnen wahrnehmbare Erscheinung von Natur und Landschaft. Diese Eindrücke nimmt jeder Mensch anders wahr. Dabei werden zahlreiche Informationen zu einem persönlichen Gesamtbild verknüpft. Bei den Umweltprüfungen im Netzausbau werden Faktoren wie Vielfalt, Schönheit, Eigenart und Seltenheit der Landschaft beurteilt. Die sind allerdings schwer zu verallgemeinern.

    Beeinträchtigungen der Landschaft

    Viele Menschen empfinden Freileitungsmasten in einer Landschaft als störend. Mitunter sind die Masten schon von weitem zu sehen. Wie stark sie die Landschaft beeinträchtigen, wird zum Teil ganz unterschiedlich wahrgenommen – je nach Höhe der Masten, ihrer Lage im Raum und der Ausstattung der Umgebung. Die Nah- und Fernwirkungen einer Stromtrasse sind auch davon abhängig, ob sie zum Beispiel durch eine weite Ebene, eine Hügellandschaft, einen Gebirgszug oder eine baum- und strauchreiche Landschaft verläuft. Die Trassenführung sollte daher immer an den Landschaftstyp angepasst sein.
    Erdkabel wirken sich vor allem während der Bauphase auf das Landschaftsbild aus. Die Baustellen nehmen viel Fläche um die eigentliche Kabeltrasse herum in Anspruch. Dauerhaft sichtbar bleiben Erdkabeltrassen zum Beispiel, wenn sie durch einen Wald führen. Der sogenannte Schutzstreifen muss von tiefwurzelnden Gehölzen freigehalten werden. Daher bleibt dauerhaft eine Schneise im Pflanzenbestand.
    Betrifft der Bau und Betrieb von Stromleitungen nicht nur die Landschaft als Erholungsgebiet der Menschen, sondern ihre Grundstücke, befürchten viele einen Wertverlust ihrer Immobilie. Landwirte sorgen sich zudem um den Ertrag ihrer Äcker.

    Kulturelles Erbe im Boden

    In Deutschland sind an vielen Stellen Zeugnisse unserer Geschichte und Kultur zu finden. Diese bestimmen teilweise seit Jahrhunderten unser Selbstbild und unser Geschichtsverständnis. Daher sollen sie auch für die künftigen Generationen erhalten und geschützt werden. Das sollen unter anderem Denkmalschutzgesetze sicherstellen.

    Vor allem Bodendenkmäler wie Gräber oder ehemalige Festungen können vom Ausbau der Stromleitungen betroffen sein. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Erde ausgehoben wird, um Strommasten zu errichten oder ein Erdkabel zu verlegen. Oberirdische Bauwerke wie Freileitungen können zudem die Sicht auf Baudenkmäler beeinflussen.

    Was versteht man unter kulturellem Erbe und sonstigen Sachgütern?

    In den Umweltprüfungen beim Netzausbau ist von Kultur- und sonstigen Sachgütern die Rede. Die Begriffe umfassen Zeugnisse menschlichen Handelns von ideeller, geistiger und materieller Natur, die für die Geschichte des Menschen bedeutsam sind oder waren. Sie werden in verschiedene Gruppen unterteilt. Das sind unter anderem:

    • Baudenkmäler und schutzwürdige Bauwerke (zum Beispiel Kirchen, Kapellen, Schlösser, Gutshöfe oder die historischen Fördertürme im Ruhrgebiet)
    • archäologische Fundstellen (zum Beispiel Hügelgräber, Landwehre oder frühzeitgeschichtliche Siedlungsflächen)
    • Stätten historischer Landnutzungsformen (zum Beispiel Streuobstwiesen, Torfstiche oder Weinbergterrassen)
    • kulturell bedeutsame Stadt- und Ortsbilder (zum Beispiel spezifische Ortsformen, Plätze, Altstädte, Silhouetten, Bauweisen oder Alleen)

    Denkmäler können oberirdisch sichtbar sein wie etwa historische Gartenanlagen. Es gibt aber auch unterirdische Denkmäler. Diese Bodendenkmäler können ganze Ensembles bilden, wie zum Beispiel ehemalige Festungen, Siedlungen, Gräberfelder, Klöster oder Produktionsstätten.

    Weitere Informationen

    H2Teilen