Bundesbedarfsplan (2015)

Das am 31. Dezember 2015 in Kraft getretene Bundes­bedarfsplangesetz (BBPlG) bildet den Abschluss der dritten Bedarfsermittlung. Aus dem Gesetz ergibt sich ein Bedarf von rund 2.550 km Neubautrassen und rund 3.100 km Optimierungs- und Verstärkungs­maßnahmen in bestehenden Trassen.

Das Gesetz hat 62 der 63 Maßnahmen des durch die Bundes­netzagentur bestätigten Netzentwicklungsplans (NEP) für das Zieljahr 2024 übernommen. Lediglich die im NEP enthaltene Maßnahme P44 (Altenfeld – Grafen­rheinfeld) wurde nicht in das Gesetz übernommen. Beim Korridor D hat der Gesetzgeber nicht den bestätigten Netzverknüpfungspunkt Gundremmingen übernommen, sondern sich für den alter­nativen Endpunkt Isar ent­schieden. Dieser ist ebenfalls elektro­technisch geeignet. Die im Gesetz enthaltenen Maßnahmen wurden vom Gesetzgeber zu Vorhaben zusammen­gefasst, die jeweils einen gemeinsamen energiewirtschaftlichen Zweck haben.

Das BBPlG enthält 43 Vorhaben. 17 von ihnen sind als länderübergreifend oder grenz­überschreitend gekenn­zeichnet. Bei 16 dieser Vorhaben ist die Bundesnetz­agentur für die Zulassung zuständig. Bei dem länder­übergreifenden Vorhaben 39 bleiben die Landes­behörden zuständig, da es sich bereits im Planfest­stellungs­verfahren befindet. Vier der 36 Vorhaben aus der alten Fassung des Gesetzes wurden aufgehoben. Diese bleiben in der Nummerierung aber bestehen, sodass in der Übersicht insgesamt 47 Vorhaben gezählt werden.

Neue Regelungen für den Einsatz von Erdkabeln

Im aktuellen Bundesbedarfsplangesetz wurden die gesetzlichen Regelungen für den Einsatz von Erdkabeln erweitert.

Aus technischer Sicht ist zwischen Gleichstrom (HGÜ) und Wechselstrom (HDÜ) zu unterscheiden. Bei der Stromübertragung über größere Entfernungen mittels HGÜ weist die Erdverkabelung weniger Risiken hinsicht­lich der technischen Umsetzung und der Kosten auf als eine vergleichsweise Erdverkabelung von HDÜ-Leitungen über lange Strecken. Zudem liegen mehr Erfahrungen mit Gleichstrom-Erdkabeln über längere Strecken als mit Wechselstrom-Erdkabeln vor. Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber entschieden, dass es im Wechsel­strom­bereich beim Pilot­charakter der Erdverkabelung bleiben soll.

Gemäß § 3 BBPlG sind die speziell gekenn­zeichneten HGÜ-Leitungen nun vorrangig als Erdkabel statt wie bisher als Freileitung zu bauen. Für entsprechend gekenn­zeichnete Wechselstrom-Vorhaben werden in § 4 BBPlG die Möglichkeiten der Erd­verkabelung maßvoll erweitert. Hier ist für einzelne Pilotvorhaben die abschnitts­weise Realisierung als Erdkabel möglich.

Einen Überblick über alle Kennzeichnungen erhalten Sie auf der Seite über das Bundesbedarfsplangesetz.

Bundesbedarfsplan ist Grundlage für Bundesfachplanung

Die Übertragungsnetzbetreiber als Vorhabenträger können für die im Gesetz als länderübergreifend oder grenzüberschreitend gekennzeichneten Leitungen Anträge auf Bundesfachplanung stellen. Für die übrigen Leitungen können Raum­ordnungs­verfahren bei den zuständigen Länderbehörden eingeleitet werden.