Netzentwicklungspläne 2024 und Umweltbericht

Für die Bestätigung des Netzentwicklungsplans Strom (NEP) 2024 und des Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2024 hat die Bundesnetzagentur unter anderem geprüft, wie sich ein langsamerer Ausbau der Offshore-Windenergie-Nutzung und zusätzlich eine Kappung von Wind-Einspeisespitzen an Land aus­wirken. Hintergrund ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2014, das die energiewirtschaftlichen Rahmen­bedingungen in Deutschland verändert hat. Bei der Strategischen Umwelt­prüfung wurden im Vergleich zum vorigen Durch­gang für eine größere Anzahl von Vorhaben auch die Umweltauswirkungen einer Erd­verkabelung geprüft.

NEP bestätigt am 4. September 2015. NEP: 92 Maßnahmen vorgeschlagen, 63 bestätigt. O-NEP: 7 Maßnahmen vorgeschlagen, 3 bestätigt. 34.211 Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung. Bild: Bundesnetzagentur

Netzentwicklungspläne

Netzentwicklungsplan Strom

Die Bundesnetzagentur hat untersucht, ob der NEP 2024 alle wirksamen, bedarfs­gerechten und erforderlichen Maßnahmen für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb in zehn Jahren umfasst. Die geänderten Annahmen bei der Nutzung von Windenergie führten dabei in der Bestätigung zu einem geringerem Netz­ausbau­bedarf gegenüber den Entwürfen der Über­tragungs­netzbetreiber (ÜNB). Dass Zahl und Gesamt­kilometer der Maßnahmen gegenüber den voran­gegangenen Netz­entwicklungs­plänen dennoch zunehmen, ist dem fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien geschuldet, die in die Netze integriert werden müssen. Hinzu kommt, dass die Übertragungsnetzbetreiber einige bereits bekannte Projekte in mehrere Maßnahmen aufgeteilt haben.

Insgesamt hat die Bundes­netz­agentur von den im zweiten Entwurf des NEP 2024 ausgewiesenen 92 Ausbau- und Ver­stärkungs­maßnahmen 63 bestätigt. Die bestätigten Maßnahmen aus den beiden vorigen Netz­ent­wicklungs­plänen haben sich dabei bis auf sehr wenige Ausnahmen erneut als bestätigungs­fähig erwiesen.

Der bestätigte NEP 2024 umfasst Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen in bestehenden Trassen über eine Länge von 3.050 km (bisher im Bundes­bedarfs­plan enthaltene Vorhaben: 2.300 km) und Neubauvorhaben mit einer Gesamt­länge von rund 2.750 km (bisher im Bundesbedarfs­plan enthaltene Vorhaben: 2.700 km).

Offshore-Netzentwicklungsplan

Der O-NEP legt den Bedarf an Anbindungsleitungen fest und ermittelt die zeitliche Reihenfolge, in der die jeweiligen Offshore-Windpark-Cluster an das Netz auf dem Festland angebunden werden sollen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Reduzierung der Ausbau­geschwindigkeit bei Offshore-Windkraftanlagen sind im O-NEP 2024 von den sieben vorgeschlagenen An­bindungs­leitungen nur drei bestätigungsfähig. Dabei handelt es sich um zwei 900-MW-Systeme in der Nordsee und ein System in der Ostsee mit zweimal 250 MW.

Downloads Netzentwicklungspläne

Sie können die Netzentwicklungspläne sowie die schematische Übersicht der Cluster für Offshore-Windparks und der geplanten Anbindungsleitungen auch zusammen mit dem Umweltbericht in einer Zipdatei (245 MB) herunterladen. Alle Entwurfs- und Konsultationsdokumente sowie Gutachten finden Sie im Archiv.

Strategische Umweltprüfung

In der gesetzlich vorgeschriebenen Strategischen Umwelt­prüfung (SUP) zum Bundesbedarfsplan wurden die voraussichtlichen Umweltauswirkungen der in den Netzentwicklungsplänen enthaltenen energiewirtschaft­lich notwendigen Maß­nahmen ermittelt, beschrieben und bewertet.

Im Vergleich zum vorigen Umweltbericht wurden für eine größere Anzahl von Vorhaben auch die Umwelt­auswirkungen einer Erdkabelverlegung geprüft. Alle Leitungen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) wurden hinsicht­lich ihrer Umweltauswirkungen sowohl in einer Ausführung als Erdkabel als auch als Freileitung betrachtet.

Downloads Umweltbericht

Sie können die Dokumente des Umweltberichts inklusive aller Karten und Anhänge auch zusammen mit den Netzentwicklungsplänen in einer Zipdatei (245 MB) herunterladen. Alle Entwurfs- und Konsultationsdokumente finden Sie im Archiv.

Kartenserie Erdkabel/Seekabel

Übersicht über die Lage der zwölf einzelnen Kartenblätter im Downloadbereich Deutschlandkarte mit Lage der einzelnen Kartenblätter

Der Gesamtplan Erdkabel/Seekabel ist im Format DIN A0 (Maßstab 1:2.700.000) sowie als zwölfteilige Kartenserie (Maßstab 1:250.000) verfügbar. Die genaue Position der zwölf Serienteile entnehmen Sie bitte der Übersichtsgrafik (Lupe klicken zum Vergrößern). Den Entwurf der Kartenserie finden Sie im Archiv.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Behörden, Verbände und die Öffentlichkeit hatten die Gelegenheit, sich zum Entwurf des Umweltberichts sowie zu den jeweils zweiten Entwürfen des Netz­entwicklungs­plans Strom 2024 und des Offshore-Netzentwicklungs­plans 2024 zu äußern. Begleitet wurde die Konsultation von vier Informationstagen in München, Erfurt, Stuttgart und Hannover.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung gingen 34.211 Stellungnahmen ein, die in die Überprüfung durch die Bundesnetzagentur eingeflossen sind. Da die Schreiben zum Teil von mehreren Personen unterzeichnet wurden, ist die Gesamtzahl der Konsultationsteilnehmer mit 39.093 deutlich höher. Sämtliche Stellungnahmen wurden inhaltlich erfasst, ausgewertet und die Argumente bei der Entscheidungs­findung gewürdigt. Ein Großteil der Stellung­nahmen betraf konkrete Vorhaben, insbesondere die Ausbauvorhaben Korridor D, SuedLink, Ultranet sowie das Vorhaben von Raitersaich nach Altheim (Maßnahmen M350 und M54).

Unter anderem hat die Bundesnetzagentur den Vorschlag geprüft, die Gleichstrom­passage Süd-Ost zum Netz­verknüpfungspunkt Isar/Landshut zu führen. Unter der Voraussetzung, dass dies zusammen mit einer Ertüchti­gung des Wechselstrom­netzes zwischen Ottenhofen und Oberbachern erfolgen würde, wäre dies eine elektro­technisch geeignete Alternative.

Die am meisten vorgebrachten Argumente zum Umwelt­bericht betrafen Bedenken hinsichtlich der menschlichen Gesundheit aufgrund elektrischer und magnetischer Felder, Aspekte des Landschaftsschutzes und die möglichen Auswirkungen des Stromleitungsbaus auf den Vogelschutz. Zudem wurde häufig auch der mögliche Wertverlust von Immobilien und Grundstücken durch den Stromnetzausbau angesprochen.

Die Bundesnetzagentur hat für die Bestätigung des NEP ein Gutachten des BET Aachen herangezogen, das Sie im Archiv herunterladen können.

Zeitleiste

16. April – 28. Mai 2014

Erste Öffentlichkeitsbeteiligung: Die Übertragungsnetzbetreiber stellen die Netz­entwicklungspläne für das Zieljahr 2024 zur Konsultation, die sie auf Grundlage des genehmigten Szenariorahmens 2024 entworfen haben.

4. November 2014

Die ÜNB legen ihre überarbeiteten Entwürfe der Bundesnetzagentur zur Prüfung vor. Parallel beginnt die Bundesnetzagentur mit der Strategischen Umweltprüfung.

27. Februar – 15. Mai 2015

Zweite Öffentlichkeitsbeteiligung: Die Bundesnetzagentur nimmt Äußerungen zu den überarbeiteten Entwürfen der Netzentwicklungspläne, zu ihren vorläufigen Prüfungsergebnissen und zum Entwurf des Umweltberichts entgegen.

4. September 2015

Die Bundesnetzagentur bestätigt den NEP und den O-NEP für das Zieljahr 2024 und veröffentlicht den überarbeiteten Umweltbericht. Im Anschluss werden Netz­entwicklungs­pläne und Umweltbericht der Bundesregierung übermittelt.