Netzentwicklungspläne 2017-2030 und Umweltbericht

Bis zum Jahr 2030 wird der Umbau der deutschen Energie­versorgung einen großen Schritt vorwärts gemacht haben. Dazu gehört ein ausreichender Netz­ausbau. Die Prüfungen der Bundesnetzagentur im Ver­fahren zum Netzentwicklungsplan Strom (NEP) 2017-2030 haben bestätigt, dass alle Vorhaben des geltenden Bundes­bedarfsplans von 2015 weiterhin erforderlich sind.

NEP bestätigt am 22. Dezember 2017. NEP: 165 Maßnahmen vorgeschlagen, 96 bestätigt. O-NEP: 11 Maßnahmen vorgeschlagen, 8 bestätigt. Rd.15.000 Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung. Bild: Bundesnetzagentur

Netzentwicklungspläne

Netzentwicklungsplan Strom

Der bestätigte NEP 2017-2030 umfasst 96 der insgesamt 165 Maßnahmen, die die Über­tragungs­netz­betreiber (ÜNB) während des Verfahrens eingebracht hatten. Daraus ergeben sich im Vergleich zum Bundes­bedarfs­plan knapp 1.000 zusätz­liche Trassenkilometer, von denen der Großteil als Verstärkung bereits bestehender Ver­bindungen geplant ist.

Um den aufgrund des Atomausstiegs zu erwartenden Netz­engpässen ab dem Jahr 2023 zu begegnen, bestätigt die Bundesnetzagentur erstmals auch kurz­fristig um­zusetzende Ad-hoc-Maßnahmen. Sie helfen, die Kosten für das Engpass­manage­ment zu mildern. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Phasen­schieber­transformatoren, die an bestimmten Stellen des Über­tragungs­netzes zu errichten sind.

Bei der Bestätigung des NEP 2017-2030 hat die Bundes­netzagentur ein Gutachten der ef.Ruhr GmbH heran­gezogen. Ef.Ruhr ist ein von der Technischen Universität Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und der Uni­versität Duisburg-Essen aus­gegründetes Beratungs­unternehmen für den Bereich der Energieforschung.

Offshore-Netzentwicklungsplan

Der Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) legt den Bedarf an Anbindungs­leitungen fest und ermittelt die zeitliche Reihenfolge, in der die jeweiligen Offshore-Windpark-Cluster an das Netz auf dem Festland an­gebunden werden sollen. Für den Zeitraum zwischen den Jahren 2026 und 2030 bestätigt die Bundes­netz­agentur je zwei weitere Anbindungssysteme in Nord- und Ostsee. Zusammen mit den bereits in vorangegangenen Offshore-Netzentwicklungsplänen bestätigten Leitungen sind es insgesamt fünf Anbindungen in der Ostsee und drei in der Nordsee.

Downloads Netzentwicklungspläne

Sie können die Netzentwicklungspläne sowie die schematische Übersicht der Cluster für Offshore-Wind­parks und der geplanten Anbindungsleitungen auch zusammen mit dem Umweltbericht in einer Zipdatei (320 MB) herunterladen. Alle Entwurfs- und Konsultations­dokumente, Gutachten sowie die ver­öffentlichten Stellung­nahmen finden Sie im Archiv.

Strategische Umweltprüfung

Im Umweltbericht der Strategischen Umweltprüfung (SUP) werden die voraus­sichtlichen erheblichen Umwelt­auswirkungen der Netzausbau­vorhaben auf Grund­lage der bestätigten Netzentwicklungspläne geprüft. Ein wesentlicher Bestandteil der durchgeführten SUP ist die Prüfung vernünftiger Alternativen sowohl zum Gesamt­plan als auch zu einzelnen Vorhaben. Dabei wurde die Alternativenprüfung im Vergleich zu den vergangenen Jahren, weiterentwickelt. Bei signifikanten Unter­schieden in der Bewertung wurde dies erstmalig hervorgehoben, wobei der Ver­gleich ausschließlich die Bewertungen aus Umwelt­gesichtspunkten darstellt.

Downloads Umweltbericht

Sie können die Dokumente des Umweltberichts inklusive aller Karten und Anhänge auch zusammen mit den Netz­entwicklungs­plänen in einer Zipdatei (320 MB) herunter­laden. Alle Entwurfs- und Konsultations­dokumente, Gutachten sowie die ver­öffentlichten Stellung­nahmen finden Sie im Archiv.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Behörden, Verbände und die Öffentlichkeit hatten die Gelegenheit, sich zum Entwurf des Umweltberichts sowie zu den jeweils zweiten Entwürfen des NEP und des O-NEP 2017-2030 zu äußern. Begleitet wurde die Konsultation von fünf Informationstagen in Fulda, Stuttgart, Leipzig, Düsseldorf und Hamburg. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung gingen rund 15.000 Stellung­nahmen ein, die in die Über­prüfung durch die Bundesnetzagentur eingeflossen sind. Alle Stellungnahmen, deren Verfasser ausdrück­lich und uneingeschränkt einer Ver­öffentlichung zugestimmt haben, sowie sämt­liche eingegangenen Stellung­nahmen von Behörden, Ministerien und Parteien, sofern diese einer Veröffent­lichung nicht widersprochen haben, können Sie im Archiv herunter­laden.

Während der Konsultation wurden auch Argumente vor­gebracht, die sich nicht auf die Ebene der Netz­entwicklungs­planung beziehen oder sonst allgemeiner Natur sind. Um den förmlichen Verwaltungsakt der Bestätigung des Netzentwicklungs­plans nicht zu über­frachten, hat die Bundesnetzagentur diese Argumente in einem gesonderten Dokument dargestellt.

Zeitleiste

31. Januar – 28. Februar 2017

Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW veröffentlichen auf Basis des Szenariorahmens 2030 die ersten Entwürfe des Netz­entwicklungs­plans Strom und des Offshore-Netz­entwicklungs­plans 2030 und konsultieren die Öffentlich­keit.

2. Mai 2017

Die ÜNB legen der Bundesnetzagentur die überarbeiteten Entwürfe der Netz­entwicklungs­pläne zur Prüfung vor. Parallel beginnt die Strategische Umwelt­prüfung.

4. August – 16. Oktober 2017

Die Öffentlichkeit kann zu den Plänen, den vor­läufigen Prüfungsergebnissen und dem Entwurf des Umwelt­berichts Stellung nehmen. Die Bundesnetzagentur begleitet die Konsultation mit fünf Informationstagen.

22. Dezember 2017

Die Bundesnetzagentur bestätigt den NEP und den O-NEP 2017-2030 und veröffentlicht den überarbeiteten Umweltbericht.