Szenariorahmen 2017-2030

Der Szenariorahmen 2030 beschreibt die wahr­schein­liche Entwicklung der Strom­erzeugungskapazitäten und des Stromverbrauchs in den Ziel­jahren 2030 und 2035. Er enthält ein konservatives Szenario, ein Transformations­szenario und ein Inno­vations­szenario.

Die einzelnen Szenarien unterscheiden sich darin, wie stark und wie schnell sich die Energielandschaft verändert. Im konservativen Szenario A 2030 wird weiterhin ein Großteil der Energie durch konventionelle Kraft­werke erzeugt. Der Ausbau der erneuer­baren Energien erfolgt eher langsam und die Kopplung der Sektoren ist gering. Im Innovationsszenario C 2030 hingegen wird von einem schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien sowie einer stärkeren Sektoren­kopplung aus­gegangen. Das Trans­formations­szenario B 2030/2035 stellt einen Mittelweg zwischen diesen beiden Szenarien dar. Zusätzlich wird in einem Langfrist­szenario das Ziel­jahr 2035 beleuchtet.

Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2016 wird in allen Szenarien berücksichtigt. Ebenso berücksichtigt wurden das von der Bundes­regierung beschlossene Aus­schreibungs­modell, die geänderten Zubauraten der einzelnen Energieträger sowie die energie­politischen Ziele zur Energieeffizienz und zum Ausstoß von Treibhausgasen. Ertsmals wurden auch solche Anforderungen an das Stromnetz explizit betrachtet und ausgewiesen, welche durch die Kopplung der Wärme-, Verkehrs- und Stromsektoren entstehen können. Im Innovationsszenario beispielsweise wird ein dadurch bedingter Anstieg des Netto­strom­verbrauchs um etwa 8,5 Prozent gegenüber dem Stand von 2016 prognostiziert.

Der Szenariorahmen bildet die Grundlage für die Netzentwicklungspläne 2030. Im Gegensatz zu den Vorjahren bezieht sich der Ausblick nicht mehr auf einen Zeitraum von zehn beziehungsweise 20 Jahren, sondern auf 10-15 beziehungsweise 15-20 Jahre. Dadurch wurde der neue nationale Planungs­horizont mit den euro­päischen energie­politischen Planungs­zeiträumen des Scenario Development Reports und den Planungs­horizonten der europäischen Netzentwicklungspläne des Ten Year Network Development Plans harmonisiert.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Das geänderte Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sieht vor, dass die Übertragungs­netz­betreiber nur noch alle zwei Jahre einen Szenariorahmen erarbeiten. Sie hatten ihren Entwurf des fünften Szenariorahmens daher am 10. Januar 2016 vorgelegt. Die Öffentlichkeit hatte daraufhin fünf Wochen lang die Möglichkeit, schriftlich dazu Stellung zu nehmen sowie an den Workshops am 2. Februar in Würzburg und am 11. Februar 2016 in Berlin teil­zunehmen. Insgesamt gaben während der Konsultation mehr als 1.000 Teilnehmer ihre Stellungnahmen ab. Nach Prüfung der vor­ge­brachten Argumente hat die Bundesnetzagentur den Szenariorahmen am 30. Juni 2016 genehmigt.

Downloads

Den Entwurf des Szenariorahmens und die Stellung­nahmen finden Sie im Archiv.

Zeitleiste

10. Januar 2016

Die Übertragungsnetzbetreiber legen der Bundesnetzagentur ihren Entwurf eines Szenariorahmens 2030 vor.

18. Januar – 22. Februar 2016

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf des Szenariorahmens und konsultiert die Öffentlichkeit.

2. und 11. Februar 2016

Auf Workshops in Würzburg und Berlin wird der Entwurf öffentlich diskutiert.

30. Juni 2016

Die Bundesnetzagentur genehmigt nach Auswertung der Konsultationsergebnisse den fünften Szenariorahmen.