Netzentwicklungsplan 2019-2030

Mit dem Netzentwicklungsplan (NEP) 2019-2030 werden die Ausbau-Maßnahmen be­trach­tet, die für eine sichere Strom­versorgung im Zieljahr 2030 beziehungs­weise 2035 not­wendig sind. Erstmals wurde dem aktuellen NEP-Entwurf das Ziel der Bundes­regierung zugrunde gelegt, den Anteil der erneuer­baren Energien bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen.

Die Bundesnetzagentur hat insgesamt 114 Maßnahmen bestätigt. Der Netz­ent­wick­lungs­plan Strom 2019-2030 umfasst damit im Vergleich zum geltenden Bundes­bedarfs­plan knapp 3.600 zusätzliche Trassen­kilometer, von denen der Groß­teil als Verstärkung bereits bestehender Verbindungen geplant ist.

Trotz innovativer Technik­ansätze und der Berücksichti­gung von Netz­optimierungs­maßnahmen (wie dem soge­nannten Frei­leitungs­monitoring) ist der zusätzliche Netz­ausbau erfor­derlich, um das Ziel der Bundes­regierung zu erreichen, den Anteil der erneuer­baren Energien am Brutto­strom­verbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen.

Offshore-Anbindungssysteme

Der NEP 2019-2030 beinhaltet erstmalig die Planung der Offshore-Anbindungs­systeme und ersetzt insoweit den bisherigen Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP). Dabei legt er die Fest­legungen des Flächen­entwicklungs­plans (FEP) zugrunde. Der NEP ermittelt nach den Vor­gaben des FEP die erforderlichen Offshore-An­bin­dungs­systeme einschließlich der jeweiligen Inbetrieb­nahme­jahre und land­seitigen Netz­verknüpfungs­punkte.

Für die Anbindung von Offshore­windparks werden je nach Szenario zwischen sieben und acht weitere Anbindungssysteme in Nord- und Ostsee bis zum Jahr 2030 als erfor­der­lich bestätigt. Das Ziel, bis zum Jahr 2030 Offshore­windparks von 20 GW anzubinden, wird damit ermöglicht.

Strategische Umweltprüfung

Gleichzeitig mit der Bestätigung des NEP wurde der Entwurf der Strategischen Umweltprüfung konsultiert. Die Bundes­netz­agentur rechnet mit den Ergebnissen der Strategischen Umweltprüfung im ersten Quartal 2020. Dann werden die um­welt­fachlichen Bewer­tungen für die nach Veröffent­lichung des zweiten Ent­wurfs des NEP nach­gereichten Maß­nahmen und die Ergeb­nisse der grenz­über­schrei­ten­den Beteiligung Däne­marks vorliegen.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Der Bedarfsermittlung ging eine zehn­wöchige Beteiligung der Öffent­lich­keit voraus. Im Rahmen dieser Konsul­tation erhielt die Bundes­netz­agentur über 800 Stellung­nahmen. Sämtliche Stellung­nahmen wurden inhaltlich erfasst und ausgewertet und die Argumente auf ihre Bedeutung für die Entscheidungs­findung geprüft.

Während der Konsul­tation wurden auch Argu­mente vor­gebracht, die sich nicht auf die Ebene der Netz­entwicklungs­planung beziehen oder allgemeiner Natur sind. Um den förmlichen Verwaltungs­akt der Bestäti­gung des Netz­entwicklungs­plans nicht zu über­frachten, hat die Bundes­netz­agentur diese Argu­mente in einem geson­derten Doku­ment dar­gestellt.

Zeitleiste

4. Februar – 4. März 2019

Die Übertragungs­netzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW ver­öffentlichen auf Basis des Szenariorahmens 2019–2030 den ersten Entwurf des Netz­entwicklungs­plans Strom 2030 und konsultieren die Öffentlichkeit.

11. April 2019

Die Bundesnetzagentur legt den Untersuchungs­rahmen für die SUP fest. Die Methodik wurde im Vergleich zu den Vorjahren grund­legend überarbeitet.

15. April 2019

Nach inhaltlicher Prüfung von 906 eingegangenen Stellung­nahmen schließen die ÜNB die Über­arbeitung des ersten NEP-Entwurfs ab und übergeben der Bundes­netzagentur ihren zweiten Entwurf.

6. August – 16. Oktober 2019

Die Bundesnetzagentur ver­öffentlicht ihre vor­läufigen Prüfungsergebnisse sowie den Entwurf eines Umwelt­berichts. Die Öffentlichkeit ist zur Stellung­nahme auf­gefordert. Zudem finden Informationstage in Münster, Regensburg und Erfurt statt.

20. Dezember 2019

Die Bundesnetzagentur bestätigt den NEP 2019-2030.