Szenariorahmen 2019-2030

Der Szenariorahmen 2019-2030 beschreibt die wahr­scheinliche Entwicklung der Strom­erzeugungs­kapazitäten und des Stromverbrauchs in den Zieljahren 2030 und 2035. Erstmalig wird zudem ein Zwischen­szenario (für das Zieljahr 2025) betrachtet.

Der Szenariorahmen beschreibt die wahrscheinliche Entwicklung des Stromsektors mit Hilfe von fünf Entwicklungs­pfaden (Szenarien). Diese unterscheiden sich hin­sichtlich der Dimensionen der Sektoren­kopplung und der Ausgestaltung der Strom­erzeugungs­strukturen (Dezentralität und Zentralität). Die Szenarien berück­sichtigen dabei auch die im Koalitions­vertrag der aktuellen Bundesregierung vereinbarten energie­politischen Ziele.

Im Vergleich zum Szenariorahmen 2017-2030 sind die angenommenen in­stallierten Kapazitäten der erneuer­baren Energien stark gestiegen, da sich die Szenarien an der Koalitions­vereinbarung der Bundes­regierung aus­richten, die eine Steigerung des Anteils der Erneuerbaren am Brutto­strom­verbrauch von 65 Prozent vorsieht. Der konventionelle Kraft­werks­park weist dagegen einen im Ver­gleich zum vorigen Prozess starken Rückgang auf. Die Bundes­netzagentur geht aufgrund der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung von einer weiter zunehmenden Strom­erzeugung aus erneuer­baren Energien aus. Dem­entsprechend wurden unter anderem die pauschalen Annahmen zu den technisch-wirtschaft­lichen Lebens­dauern der Kohle­kraftwerke reduziert. Dies ist lediglich eine Bandbreite denkbarer Entwicklungen, die von den Über­tragungs­netz­betreibern (ÜNB) für die Netzplanung zu berücksichtigen sind. Aus Sicht der Bundesnetzagentur lässt sich das Stromnetz bei einer Halbierung der Kohle­kapazitäten bis 2030 sicher betreiben, wenn der Strom­netz­ausbau vorankommt und neue Gaskraftwerke gebaut werden.

Das Zwischenszenario für das Zieljahr 2025 soll zur Prüfung der von den ÜNB ein­gereichten kurzfristig durch­führ­baren Maßnahmen (Ad-hoc-Maßnahmen) zur Minimierung des Netzausbau­bedarfs genutzt werden. Des Weiteren sind die ÜNB nun verpflichtet, bei Erstellung des Netz­entwicklungs­plans neue und innovative technische Ansätze für Netz­betriebs­mittel sowie deren Betrieb darzu­stellen. Deren Eignung zur Erhöhung der Transport­kapazität und die best­mögliche Nutzung des Bestands­netzes sind zudem von den ÜNB zu bewerten.

Der aktuelle Szenario­rahmen hält zwar an der Weiter­entwicklung einer modell­gestützten Projektion und der Regionalisierung des Stromverbrauchs aus dem vorigen Szenariorahmen-Prozess fest, die Komplexität wurde jedoch deutlich reduziert. Dabei stehen besonders die Einflüsse neuer Strom­anwendungen (beispielsweise Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen) auf den zukünftigen Stromverbrauch im Fokus. Zudem wird erneut ein besonderes Augenmerk auf verschiedene Flexibilitäts­optionen und Speicher­möglich­keiten gelegt und diese in die Betrachtungen miteinbezogen. Hierzu zählen im Wesentlichen die Flexibilisie­rung des Ver­brauchs­verhaltens und die Kopplung des Stromsektors mit anderen Bereichen wie etwa dem Verkehrs- oder dem Wärme­sektor. Durch Umwandlung von Strom in Wärme oder chemische Grundstoff­produkte (Power to X) können in diesen Sektoren CO2–Minderungen bewirkt werden.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Übertragungs­netz­betreiber hatten ihren Entwurf des Szenariorahmens am 10. Januar 2018 vorgelegt. Die Öffentlichkeit konnte daraufhin vom 17. Januar bis zum 21. Februar 2018 dazu Stellung nehmen. Zudem gab es zwei Dialog-Veranstal­tungen der Bundes­netz­agentur am 30. Januar in Berlin und am 1. Februar in Ingolstadt. Die Bundesnetzagentur hat die eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet und sie bei der Genehmigung des Szenario­rahmens berücksichtigt.

Downloads

Den Entwurf des Szenariorahmens und die Stellung­nahmen finden Sie im Archiv.

Zeitleiste

10. Januar 2018

Die Übertragungsnetzbetreiber legen der Bundes­netz­agentur ihren Entwurf eines Szenariorahmens 2019-2030 vor.

17. Januar – 21. Februar 2018

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf des Szenariorahmens und konsultiert die Öffentlichkeit. Die Beteiligungsfrist endet ursprünglich am 14. Februar, wird aber um eine Woche verlängert.

30. Januar und 1. Februar 2018

Bei Dialog-Veranstaltungen in Ingolstadt und Berlin wird der Entwurf öffentlich diskutiert.

15. Juni 2018

Die Bundesnetzagentur genehmigt nach Auswertung der Konsultationsergebnisse den sechsten Szenariorahmen.