Szenariorahmen 2019-2030

Der Szenariorahmen 2019-2030 beschreibt die wahr­schein­liche Entwicklung der Strom­erzeugungs­kapazitäten und des Stromverbrauchs in den Ziel­jahren 2030 und 2035. Er enthält wie das Vorgänger-Dokument ein konservatives Szenario, ein Transformations­szenario und ein Inno­vations­szenario.

Der Szenariorahmen beschreibt mit Hilfe von vier Entwicklungspfaden (Szenarien) die wahrscheinliche Entwicklung des Stromsektors bis zu den Jahren 2030 und 2035. Diese wurden bereits im Szenariorahmen 2017-2030 untersucht. Die Übertragungs­netz­betreiber (ÜNB) schlagen dabei eine ähnliche Gestaltung der Szenarien vor wie beim Vorgänger-Szenariorahmen: Danach beschreibt jedes Szenario die Energie­wende mit unterschiedlicher technischer Ausprägung und Um­setzungs­geschwindigkeit. Die Szenarien orientieren sich dabei grundsätzlich an aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung.

Im Vergleich zum Szenariorahmen 2017-2030 sind die angenommenen installierten Kapazitäten der erneuer­baren Energien leicht gestiegen. Der konventionelle Kraft­werks­park weist dagegen einen leichten Rückgang auf.

Die ÜNB haben zwar an der Weiterentwicklung einer modellgestützten Projektion und der Regionalisierung des Stromverbrauchs aus dem letzten Szenariorahmen-Prozess festgehalten, die Komplexität jedoch deutlich reduziert. Angesichts der zunehmenden Sektoren­kopplung nehmen sie eine Steigerung des Strom­verbrauchs an. Zudem haben sie erneut ein besonderes Augenmerk auf verschiedene Flexibilitäts­optionen und Speicher­möglich­keiten gelegt und diese in die Betrachtungen miteinbezogen. Hierzu zählen im Wesentlichen die Steuerung des Verbrauchs­verhaltens und die Kopplung des Stromsektors mit anderen Bereichen wie etwa dem Verkehrs- oder dem Wärme­sektor. Durch Umwandlung von Strom in Wärme oder chemische Grundstoff­produkte (Power to X) können in diesen Sektoren CO2–Minderungen bewirkt werden.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die ÜNB hatten ihren Entwurf des Szenariorahmens am 10. Januar 2018 vorgelegt. Die Öffentlichkeit konnte daraufhin vom 17. Januar bis zum 21. Februar 2018 dazu Stellung nehmen. Zudem gab es zwei Dialog-Veranstal­tungen der Bundes­netzagentur am 30. Januar in Berlin und am 1. Februar in Ingolstadt.

Die Bundesnetzagentur wertet nun die Stellungnahmen aus, bevor sie den Szenariorahmen genehmigt. Im Anschluss wird sie die Stellungnahmen von Behörden ver­öffentlichen, sofern diese einer Publikation nicht wider­sprochen haben. Sonstige Stellungnahmen werden nur veröffentlicht, wenn ihre Verfasser einer vollständigen Veröffentlichung ausdrücklich zugestimmt haben.

Zeitleiste

10. Januar 2018

Die Übertragungsnetzbetreiber legen der Bundes­netz­agentur ihren Entwurf eines Szenariorahmens 2019-2030 vor.

17. Januar – 21. Februar 2018

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf des Szenariorahmens und konsultiert die Öffentlichkeit. Die Beteiligungsfrist endet ursprünglich am 14. Februar, wird aber um eine Woche verlängert.

30. Januar und 1. Februar 2018

Bei Dialog-Veranstaltungen in Ingolstadt und Berlin wird der Entwurf öffentlich diskutiert.