Szenariorahmen 2021-2035

In ihrem Entwurf des Szenariorahmens 2021-2035 haben die Übertragungsnetz­betreiber vier mögliche Szenarien der wahrscheinlichen Entwicklung des Strom­sektors bis zu den Jahren 2035 und 2040 abgebildet. Dabei wird die Energie­wende mit unterschiedlich starken Ausprägungen der Sektorenkopplung und mit einer unterschiedlichen Netzorientierung von Erzeuger- und Verbraucherverhalten realisiert. Die Szenarien orientieren sich an den aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung. Dazu gehören die Ausbauziele für erneuerbare Energien des Bundes-Klimaschutz­gesetzes und die Kohlenstoffdioxid-Reduktionsziele des Klima­schutz­programms 2030.

Annahmen zu Kraftwerkskapazitäten und Stromverbrauch

Im Vergleich zum vergangenen Szenariorahmen hat sich das Zieljahr fünf Jahre in die Zukunft verschoben. Daher sind die angenommenen installierten Kapazitäten der erneuerbaren Energien merklich angestiegen. Für den konventionellen Kraft­werks­park wird der Kohleausstieg berücksichtigt.

Die Netzbetreiber haben die Modelle zur Prognose des Stromverbrauchs aus dem Szenariorahmen 2019-2030 weiterentwickelt. Sie ermöglichen nun eine ver­besserte Prognose des Aufkommens, der Verteilung und des Einsatzverhaltens neuer Stromanwendungen wie Elektro­fahrzeugen, Wärmepumpen und Power-to-Gas.

Angesichts zunehmender Sektorenkopplung gehen die Übertragungsnetzbetreiber insgesamt von einer Zunahme des Stromverbrauchs aus. Denn trotz umfassender Energie­effizienz­maßnahmen steigt der Verbrauch durch neue Strom­anwendungen in allen Sektoren. Damit können Kohlenstoffdioxid-Minderungen im privaten Bereich, im Verkehr sowie im gewerblichen und industriellen Sektor erreicht werden.

Flexibilisierung und Speicherung von Strom

Bei der Erstellung des Szenariorahmens 2021-2035 haben die Netzbetreiber neue Entwicklungen bei der Flexibilisierung von Stromanwendungen und neue Speicher­techniken berücksichtigt. Hierzu zählen die Steuerung des Verbrauchs­verhaltens, die Flexibilisierung des Betriebs von KWK-Anlagen und Batteriespeicher unter­schiedlicher Leistungsklassen.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Netzbetreiber hatten ihren Entwurf des Szenario­rahmens am 10. Januar 2020 vorgelegt. Die Öffentlichkeit konnte daraufhin vom 17. Januar bis zum 14. Februar 2020 dazu Stellung nehmen. Zudem gab es zwei Dialog-Veran­stal­tungen der Bundes­netz­agentur am 5. Februar 2020 in Berlin und am 6. Februar 2020 in Nürnberg.

Die Bundesnetzagentur wertet nun die Stellungnahmen aus, bevor sie den Szenariorahmen genehmigt. Im Anschluss wird sie die Stellungnahmen von Behörden ver­öffentlichen, sofern diese einer Publikation nicht wider­sprochen haben. Sonstige Stellungnahmen werden nur veröffentlicht, wenn ihre Verfasser einer vollständigen Veröffentlichung ausdrücklich zugestimmt haben.

Downloads

Zum Entwurf des Szenariorahmens hat die Bundes­netzagentur ein Begleit­dokument veröffentlicht. Dieses enthält Hinweise, zu welchen Themen sie sich konkrete Informationen und Stellungnahmen erhofft.

Zeitleiste

10. Januar 2020

Die Übertragungsnetzbetreiber legen der Bundes­netz­agentur ihren Entwurf des Szenariorahmens 2021-2035 vor.

17. Januar – 14. Februar 2020

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf des Szenariorahmens und konsultiert die Öffentlichkeit.

5. und 6. Februar 2020

Bei Dialogveranstaltungen in Berlin und Nürnberg wird der Entwurf öffentlich diskutiert.