BBPlG, Vorhaben 2: Osterath – Philippsburg (Ultranet)

Das von den Vorhabenträgern Ultranet genannte Vorhaben 2 ist ein Pilot­projekt für die verlustarme Über­tragung hoher Leistungen über weite Ent­fernun­gen. Das heißt, es soll die Hochspannungs-Gleichstrom-Über­tragungs­technik (HGÜ) genutzt werden. Die Vorhaben­träger planen, für einen Großteil der Strecke bereits bestehende Mastsysteme zu nutzen. Eine solche Aus­führung mit Gleich- und Wechsel­strom­leitungen auf einem Mast wird auch als Hybrid­system bezeichnet. Das Vorhaben bildet zusammen mit dem sich nördlich an­schließenden Vorhaben 1 den sogenannten Korridor A von der Nordsee nach Süd­deutschland.

Steckbrief

Vorhaben­träger:Amprion, TransnetBW
Länder:Nordrhein-Westfalen (NW), Rheinland-Pfalz (RP), Hessen (HE), Baden-Württemberg (BW)
verfahrens­führende Behörde:Bundesnetzagentur
Technik:Gleichstrom (2 GW)
Spannung:380 kV
Typ:Neubau in bestehender Trasse, Zubeseilung, Umbeseilung
gesetzliche Grundlage:BBPlG
Kenn­zeich­nungen:länderübergreifend
HGÜ-Pilotprojekt
Vorhaben von gemein­samem Interesse (PCI)
Trassen­länge:etwa 340 km (VTK)
Gesamt­inbetrieb­nahme:geplant für 2023

möglicher Trassenverlauf der Leitung Osterath – Philippsburg (BBPlG-Vorhaben 2); eine detaillierte Darstellung finden Sie in den Antragsunterlagen

Streckenverlauf

Die Verbindung soll sich über etwa 340 Kilometer zwischen den Netz­verknüpfungs­punkten Osterath in Nordrhein-Westfalen und Philippsburg in Baden-Württem­berg erstrecken. Für die Genehmigung im Rahmen der Bundesfachplanung haben die Vorhaben­träger das Vorhaben in Abschnitte unterteilt – Details zu deren Verlauf finden Sie auf den jeweiligen Abschnitts­seiten. Da es sich um eine Gleich­strom­verbindung handelt, kann die Leitung jedoch nicht in Abschnitten, sondern nur vollständig in Betrieb genommen werden.

Hintergrund

Notwendig ist die zwei Gigawatt starke Verbindung, um den Süden Deutschlands ausreichend mit Energie zu versorgen, wenn die verbliebenen deutschen Kernkraft­werke bis zum Jahr 2022 abgeschaltet werden. Gemein­sam sollen die Vorhaben 1 und 2 dann den in der Nord­see und an Land erzeugten Windstrom von Emden über Osterath nach Philippsburg transportieren. Der Netz­verknüpfungs­punkt Osterath hat dabei den Vorteil, dass in windarmen Zeiten die Versorgungs­sicherheit durch Kraftwerke im Rhein-Ruhr-Gebiet sichergestellt werden kann. Zudem ermöglicht er den Transport von Solar­energie aus dem Süden nach Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich soll durch den Bau von Ultranet eine Über­lastung der deutschen, nieder­ländischen und belgischen Stromnetze vermieden werden.

Gesetzliche Grundlage für den Bau von Ultranet ist das Bundesbedarfs­plangesetz (BBPlG) vom 31. Dezember 2015, welches auf dem bestätigten Netz­entwicklungs­plan Strom 2024 beruht. Im Bundesbedarfsplan ist das Vorhaben als Nummer 2 aufgelistet, im Netz­entwicklungs­plan der Über­tragungsnetzbetreiber als Maß­nahme A02. Das Vorhaben war bereits in der alten Fassung des BBPlG enthalten.

Stand: 16. August 2019