BBPlG, Vorhaben 2: Osterath – Philippsburg (Ultranet)

Das von den Vorhabenträgern Amprion und TransnetBW als Ultranet bezeichnete Vorhaben ist ein Pilotprojekt für die verlustarme Übertragung hoher Leistungen über weite Entfernungen. Das heißt, es soll Hochspannungs-Gleichstrom-Über­tragung (HGÜ) genutzt werden. Die geplante Leitung soll die Netz­verknüpfungs­punkte Osterath in Nordrhein-Westfalen und Philippsburg in Baden-Württemberg verbinden. Die Vorhabenträger planen, für einen Großteil der Strecke bereits bestehende Mastsysteme zu nutzen. Damit würden Leiterseile für Gleich- und Wechselstrom an denselben Masten hängen, womit ein sogenanntes Hybrid­system entstünde.

Steckbrief

Vorhaben­träger:Amprion, TransnetBW
verfahrens­führende Behörde:Bundesnetzagentur
Länder:Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg
technische Daten:Gleichstrom (2 GW), 380 kV
Typ:Neubau in bestehender Trasse, Umbeseilung
Kenn­zeich­nungen:länderübergreifend
HGÜ-Pilotprojekt
Vorhaben von gemein­samem Interesse (PCI)
Länge:etwa 340 km (Vorschlags­trassen­korridor)
Gesamt­inbetrieb­nahme:geplant für 2024

möglicher Trassenverlauf der Leitung Osterath – Philippsburg (BBPlG-Vorhaben 2); eine detaillierte Darstellung finden Sie in den Antragsunterlagen

Ultranet bildet zusammen mit dem sich nördlich anschließenden Vorhaben 1 (A-Nord) den sogenannten Korridor A von Emden über Osterath nach Philippsburg. Dieser dient dazu, in der Nordsee und an Land erzeugten Windstrom abzu­transportieren. Dies soll dazu beitragen, den Süden Deutschlands ausreichend mit Energie zu versorgen, wenn die verbliebenen deutschen Kern­kraft­werke ab­geschaltet sind. Der Netzverknüpfungs­punkt Osterath hat dabei den Vorteil, dass in windarmen Zeiten die Versorgungssicherheit durch Kraftwerke im Rhein-Ruhr-Gebiet sichergestellt werden kann. Umgekehrt ist aber auch der Transport von Solarenergie aus dem Süden nach Nordrhein-Westfalen möglich. Durch den Bau von Ultranet sollen zusätzlich zum deutschen auch die nieder­ländischen und belgischen Stromnetze entlastet werden.

Das Vorhaben 2 ist seit 2013 Bestandteil des Bundes­bedarfs­plans. Der Gleich­strom­betrieb kann nicht abschnitts­weise, sondern nur auf der gesamten Länge des Vorhabens aufgenommen werden.

Stand: 17. Februar 2020