BBPlG, Vorhaben 30: Oberzier – Bundesgrenze (Belgien) (Alegro)

Bei Vorhaben 30 handelt es sich um die erste Verbindung auf Über­tragungs­netz­ebene zwischen den Ländern Belgien und Deutschland. Es soll in HGÜ-Technik und als Erdkabel ausgeführt werden.

Steckbrief

Vorhaben­träger:Amprion
Land:Nordrhein-Westfalen (NW)
verfahrens­führende Behörde:Bezirksregierung Köln
Technik:Gleichstrom (1 GW)
Spannung:320 kV
Typ:Neubau in neuer Trasse
gesetzliche Grundlage:BBPlG
Kenn­zeich­nungen:HGÜ-Pilotprojekt
Erdkabel
Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI)
Trassen­länge:etwa 40 km
Gesamt­inbetrieb­nahme:geplant für 2020

möglicher Trassenverlauf der Leitung Oberzier – Bundesgrenze Belgien (BBPlG-Vorhaben 30)

Hintergrund

Das Vorhaben verspricht wesentliche Vorteile im euro­päischen Verbund­betrieb, auch im Hinblick auf die Nieder­lande. Mit Hilfe der vor­geschlagenen HGÜ-Technik kann aktiv im Netzbetrieb der Stromfluss gesteuert werden. Somit können eventuelle ungeplante Stromflüsse (Abweichungen zwischen Handelsergebnis und physikalischem Lastfluss) über das niederländische Strom­netz verringert werden. Diese erhöhten, un­geplanten Lastflüsse in Übertragungsnetzen in Nachbar­ländern stellen sich ein, wenn über das deutsche Über­tragungs­netz der Transportbedarf von Norden nach Süden steigt und Ausweichmöglichkeiten über die Nachbar­länder beansprucht werden müssen.

Gesetzliche Grundlage für die Höchstspannungsleitung Oberzier – Bundes­grenze (Belgien) ist das Bundes­bedarfs­plangesetz (BBPlG) vom 31. Dezember 2015, welches auf dem bestätigten Netz­entwicklungs­plan Strom 2024 beruht. Im Bundesbedarfsplan ist das Vorhaben als Nummer 30 aufgelistet, im Netz­entwicklungs­plan der Übertragungsnetz­betreiber als Projekt 65 beziehungsweise Maßnahme 98. Das Vorhaben war bereits in der alten Fassung des BBPlG enthalten.

Stand: 30. Juni 2018