Navigation und Service

Menu

Government Site Builder Standardlösung (Link zur Startseite)

Leitungsvorhaben

Die Bundesnetzagentur informiert über die aktuellen Planungs- und Baufortschritte von Leitungsvorhaben im Übertragungsnetz. Dazu gehören die Vorhaben aus dem Bundes­bedarfs­plangesetz (BBPlG) und dem Energieleitungs­ausbau­gesetz (EnLAG) sowie Anbindungsleitungen von Offshore-Windparks, nicht jedoch Leitungsprojekte im Verteilernetz (in der Regel 110 Kilovolt). Gesondert aufgelistet sind zudem die Vorhaben von gemeinsamem Interesse der Europäischen Union sowie Optimierungs- und Verstärkungs­maßnahmen.

Um die Vorhaben-Steckbriefe aufzurufen, können Sie die Drop-down-Menüs, die Kartenansicht oder die Übersichtslisten im unteren Seitenbereich nutzen.

ODER

ODER

Vorhaben aus dem Bundesbedarfsplangesetz

Das Bundesbedarfsplan­gesetz stellt für die darin ent­haltenen Vorhaben die energiewirtschaftliche Not­wendig­keit und den vordringlichen Bedarf zur Gewähr­leistung eines sicheren und zuverlässigen Netzbetriebes fest. Es enthält die von der Bundesnetzagentur bestätigten Vorhaben des Netzentwicklungsplans.

Von bundesweit 43 Vorhaben sind 16 als länder­über­greifend oder grenz­über­schreitend im Sinne des Netz­ausbaubeschleunigungs­gesetzes (NABEG) gekenn­zeichnet. Bei diesen führt die Bundesnetzagentur die Bundesfachplanung und im Anschluss die Plan­feststellungs­verfahren durch. Vier der 36 Vorhaben aus der alten Fassung des Gesetzes wurden aufgehoben. Diese bleiben in der Nummerierung aber bestehen, sodass in der Übersicht insgesamt 47 Vorhaben gezählt werden.

Acht der 43 Vorhaben sind als Pilotprojekte für verlust­arme Übertragung über große Entfernungen (Hoch­spannungs-Gleichstrom-Übertragung) gekennzeichnet. Fünf Gleichstrom-Vorhaben sind für die vorrangige Umsetzung mit Erdkabeln und fünf Wechselstrom-Vorhaben sind für die Umsetzung mit Erdkabeln auf Teilabschnitten gekennzeichnet. Darüber hinaus ist ein Vorhaben als Pilotprojekt für Hoch­temperatur­leiterseile gekennzeichnet und zwei werden als Seekabel aus­geführt.

Stand nach dem zweiten Quartal 2019

Die Gesamtlänge der Leitungen aus dem Bundesbedarfs­plan­gesetz liegt aktuell bei etwa 5.900 km. Diese Summe hängt stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore ab und wird sich im weiteren Verfahrensverlauf konkretisieren. Von den 5.900 km

  • sind rund 3.050 km im Netzentwicklungsplan als Netz­verstärkung kategorisiert.
  • wurden insgesamt bisher rund 600 km genehmigt und davon knapp 300 km realisiert (9 km im zweiten Quartal 2019).

Je nach Vorhaben sind für die Verfahren unterschiedliche Behörden zuständig:

  • Etwa 3.600 km fallen in die Zuständigkeit der Bundes­netzagentur. Davon befinden sich gegenwärtig rund 2.650 km in der Bundesfachplanung, rund 40 km vor dem Planfeststellungs­verfahren und rund 250 km im Plan­feststellungs- oder Anzeige­verfahren.
  • Etwa 2.200 km fallen in die Zuständigkeit von Länder­behörden. Davon befinden sich gegenwärtig rund 40 km im Raumordnungs­verfahren und rund 1.200 km vor dem beziehungsweise im Planfeststellungs­verfahren.
  • Etwa 100 km fallen in die Zuständigkeit des Bundesamts für Seeschiff­fahrt und Hydro­graphie. Für diese Leitungskilometer sind die Zulassungs­verfahren bereits abgeschlossen.

Vorhabenübersicht (Bundesbedarfsplangesetz)

Vorhaben aus dem Energieleitungsausbaugesetz

Im Jahr 2009 verabschiedeten Bundestag und Bundesrat das Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (EnLAG), um den Ausbau der Über­tragungs­netze zu be­schleunigen. Geplant werden die EnLAG-Vorhaben in der Zuständig­keit der Länder.

Das EnLAG listete ursprünglich 24 Ausbauprojekte auf und stufte sie als notwendig für die künftige Energie­versorgung in Deutschland ein. Nach einer Prüfung bei der Erstellung des Netzentwicklungsplans 2022 wurde das Vorhaben 22 und im Rahmen der Erstellung des Netz­entwickungs­plans 2024 auch das Vorhaben 24 aus der aktuellen Fassung des EnLAG gestrichen.

Sechs der 22 Vorhaben sind als Erdkabel-Pilotprojekte gekennzeichnet. Bei diesen Vorhaben besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglich­keit zur Teil­erdverkabelung.

Stand nach dem zweiten Quartal 2019

Die Gesamtlänge der Leitungen aus dem EnLAG liegt aktuell bei rund 1.800 km. Davon

  • befinden sich rund 40 km in laufenden Raumordnungs­verfahren und rund 500 km vor dem beziehungsweise im Planfeststellungs­verfahren.
  • wurden bisher rund 1.250 km genehmigt und davon rund 850 km realisiert, das sind rund 46 Prozent der Gesamt­länge.
  • wurden im zweiten Quartal 2019 19 Leitungs­kilometer fertiggestellt.

Noch keines der Vorhaben mit Pilotstrecken für Erd­kabel ist vollständig in Betrieb. Es läuft aktuell der Test­betrieb für das erste 380-kV-Erdkabel-Pilotprojekt in der Gemeinde Raesfeld.

Optimierungs- und Verstärkungs­maßnahmen

Netzoptimierende Maßnahmen sollen die Auslastung des Übertragungsnetzes erhöhen. Dies geschieht unter anderem, indem durch den Einbau spezieller Betriebs­mittel der Lastfluss aktiv gesteuert wird. So können überlastete Netz­elemente gezielt entlastet werden, ohne allerdings die Übertragungsfähigkeit des Netzes insgesamt zu erhöhen.

Beim Freileitungs­monitoring werden die Witterungs­bedingungen an der Leitung im Betrieb gemessen, wodurch die maximal zulässige Betriebstemperatur dynamisch angepasst werden kann.

Hinzu kommt als netzverstärkende Maßnahme der Einsatz von Hochtemperatur­leiterseilen, welche eine höhere Netzkapazität gewährleisten können.

Stand nach dem zweiten Quartal 2019

  • Derzeit sind neun lastflusssteuernde Maßnahmen geplant; zwei weitere befinden sich bereits in Betrieb.
  • Für zwei Vorhaben des EnLAG und zehn Vorhaben des BBPlG ist die Nutzung von Hoch­temperatur­leiterseilen geplant. Darüber hinaus sind Hoch­temperatur­leiterseile bei sechs weiteren bestätigten Maßnahmen des Netz­entwicklungs­plans 2017-2030 vorgesehen. Ein Stromkreisabschnitt ist bereits seit 2012 in Betrieb.

Offshore-Vorhaben

Zusätzlich zu den Vorhaben des BBPlG und des EnLAG werden auch die Anbindungs­leitungen in der Nord- und Ostsee ausgebaut. Diese verbinden die Offshore-Wind­parks mit dem Übertragungsnetz auf dem Festland. Der Ausbau­bedarf wurde bislang im Offshore-Netz­entwicklungs­plan (O-NEP) festgelegt. Zukünftig wird der Bedarf an Offshore-Anbindungsleitungen im Netz­entwicklungs­plan (NEP) bestimmt, wobei die Vorgaben des Flächen­entwicklungs­plans zugrunde gelegt werden.

Die nachfolgend dargestellten Anbindungsleitungen basieren grundsätzlich auf der aktuellen Bestätigung des O-NEP 2017-2030. Dieser gibt die Reihen­folge der einzelnen An­bindungen sowie den Zeitpunkt ihrer Beauftragung und der geplanten Fertig­stellung vor. Mittlerweile wurde zum 28. Juni 2019 der erste Flächen­entwicklungs­plan (FEP) aufgestellt. Dieser legt unter anderem die Inbetriebnahme­jahre der Offshore-Anbindungsleitungen fest, welche für eine Erschließung der ebenfalls im FEP festgelegten Flächen für Aus­schreibungen von Offshore-Windenergie erforderlich sind. Auf dieser Basis werden dann im NEP 2019-2030 erstmalig die entsprechend erforderlichen Offshore-Anbindungen einschließlich der landseitigen Netz­verknüpfungs­punkte bestätigt. Sofern nach den Fest­legungen des FEP bereits jetzt erkennbar ist, dass eine im O-NEP 2017-2030 noch unter Vor­behalt bestätigte Anbindung nicht mehr erforderlich ist, so wird diese im vor­liegenden Offshore-Monitoring bereits nicht mehr berücksichtigt. Anbindungen, die im O-NEP 2017-2030 noch nicht bestätigt wurden, allerdings voraussichtlich unter Zugrundelegung der Festlegungen des FEP erforderlich sind, werden erst mit dem NEP 2019-2030 bestätigt und hier noch nicht dargestellt.

Bei den Anbindungsleitungen wird zwischen Start- und Zubaunetz unterschieden. Das Zubaunetz umfasst alle Netzanbindungen, die im O-NEP 2017-2030 bestätigt wurden. Das Startnetz umfasst dagegen Anbindungs­systeme, die bereits in Betrieb genommen oder beauftragt sind oder die einen bezuschlagten Windpark erschließen.

Das Startnetz umfasst in der Nordsee rund 9,8 GW und in der Ostsee 1,1 GW. Das Zubaunetz umfasst drei Netz­anbindungen für Offshore-Winderzeugung in der Nord­see und fünf Netz­anbindungen in der Ostsee. Unter Berücksichtigung der Festlegungen des FEP sind jedoch in der Nordsee eine und in der Ostsee zwei dieser Anbindungen nicht mehr erforderlich.

Vorhabenübersicht (Offshore-Anbindungen)

Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI)

Die Vorhaben von gemeinsamem Interesse (projects of common interest, kurz: PCI) sollen zu einem funktionierenden Energiebinnenmarkt und zur Versorgungs­sicherheit in der Europäischen Union beitragen. Sie sind in einer unionsweiten PCI-Liste enthalten, die alle zwei Jahre aktualisiert wird. Die dritte und aktuell gültige Liste ist am 26. April 2018 in Kraft getreten. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

Zentraler Ansprechpartner (sogenannter One-Stop-Shop) für die deutschen Projekte ist die Bundesnetzagentur. Die Kontaktdaten sowie eine Auflistung aller PCI mit Bezug zu Deutschland aus den Bereichen Strom, Gas, Erdöl, Smart-Grid und Kohlen­stoff­dioxid finden Sie hier.

Im Strombereich haben aktuell 13 PCI einen direkten Bezug zu Deutschland. Der Großteil davon ist auch im BBPlG oder im EnLAG enthalten. Hinzu kommt das britisch-dänische Projekt Viking Link, welches durch die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone verlaufen soll.

Europa

Für ei­ne zu­kunfts­si­che­re Ener­gie­ver­sor­gung ar­bei­tet Deutsch­land eng mit sei­nen Part­nern in Eu­ro­pa zu­sam­men.