Fragen und Antworten

Sie benötigen weitere Informationen zum Thema Stromnetzausbau? Auf den folgenden Seiten beantworten wir die häufigsten Fragen aus den Bereichen Allgemeines, Umwelt und Technik. Falls Ihr Anliegen noch nicht dabei ist, wenden Sie sich bitte an info@netzausbau.de.

Fragen & Antworten-Symbol. Im Hintergrund Menschen im Gespräch. Foto: Bundesnetzagentur

Konverter

Wozu werden Konverteranlagen gebraucht?

Elektrische Energie wird in Kraftwerken überwiegend als Wechselstrom erzeugt. Daher fließt in den deutschen und europäischen Stromnetzen überwiegend Wechselstrom. Im Rahmen des Netzausbaus soll jetzt in Deutschland auch die für lange Strecken effizientere Gleichstromtechnik verwendet und somit ins vorhandene Wechselstromnetz integriert werden. Um Gleichstromleitungen mit dem Wechselstromnetz zu verbinden, sind an den Endpunkten Konverteranlagen erforderlich. Ein Konverter wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um und umgekehrt.

Eine Konverteranlage besteht im Wesentlichen aus vier Funktionsblöcken: dem Wechselstrom-Anschluss, den Transformatoren, dem Umrichter und schließlich der Gleichstrom-Schaltanlage mit Gleichstrom-Anschlüssen. Im Umrichter – dem Kernstück der Station – findet die Umwandlung des Stroms statt. Der Umrichter besteht aus Transistoren, Dioden, Kondensatoren und Spulen. Da diese Bauteile empfindlich sind, müssen sie in Hallen untergebracht werden. Weil sie unter Hochspannung stehen, müssen mehrere Meter Abstand zum Hallendach, zum Boden und zu den Wänden eingehalten werden. Dies erklärt die Größe des Konverters.

Wie viel Fläche wird für einen Konverter benötigt?

Die Fläche, die für einen Konverter benötigt wird, hängt wesentlich von der jeweiligen Bauart und der Übertragungsleistung der verbundenen Leitung ab. Für das Gleichstrom-Vorhaben Ultranet gehen die Vorhabenträger bei einer Übertragungsleistung von zwei Gigawatt von einer Gesamtfläche von etwa zehn Hektar für die gesamte Anlage aus. Das eigentliche Kernstück der Anlage, die Konverterhalle, nimmt eine deutlich geringere Fläche ein.

Welche Rolle spielt der Konverter in der Bundesfachplanung?

In der Bundesfachplanung entscheidet die Bundesnetzagentur über einen Trassenkorridor für den Bau einer Stromleitung. Bei einem Trassenkorridor handelt es sich um einen Gebietsstreifen von üblicherweise 500 bis 1.000 Metern Breite. Der Konverter wird zwar in diesem Verfahrensschritt nicht genehmigt. Mögliche Standorte für Konverter spielen aber bei Leitungen zur Übertragung von Gleichstrom (sogenannte HGÜ-Leitungen) dennoch eine Rolle in der Bundesfachplanung. Hier muss nämlich sichergestellt sein, dass am oder in dem festzulegenden Trassenkorridor für die Leitung überhaupt Flächen verfügbar sind, auf denen Konverter errichtet und mit der Leitung verbunden werden können.

Wie wird über einen Konverterstandort entschieden?

Die Entscheidung über den Standort für einen Konverter fällt nicht in der Bundesfachplanung. Für die Genehmigung gibt es mehrere Möglichkeiten:

Der Übertragungsnetzbetreiber kann bei der jeweils zuständigen Landesbehörde einen Antrag zur Genehmigung eines Standortes stellen. Der Übertragungsnetzbetreiber kann aber auch im Planfeststellungsverfahren, das auf die Bundesfachplanung folgt, einen Antrag auf Genehmigung eines Konverterstandortes stellen. In dem Fall ist die Bundesnetzagentur für die Genehmigung zuständig. Für welche Möglichkeit sich der Übertragungsnetzbetreiber im Einzelfall entscheidet und für welchen Standort er eine Genehmigung beantragt, kann bis zur jeweiligen Antragstellung offen sein.

Steht mit der Festlegung des Untersuchungsrahmens in der Bundesfachplanung bereits der Konverterstandort fest?

Legt die Bundesnetzagentur im Anschluss an die Antragskonferenz in der Bundesfachplanung den Untersuchungsrahmen für ein Gleichstrom-Vorhaben fest, ist der Standort eines Konverters noch offen. Bei Bedarf kann der Untersuchungsrahmen angepasst werden, falls sich im weiteren Verlauf der Prüfungen andere Standorte als die bis dahin genannten aufdrängen. Das kann etwa der Fall sein, wenn es Änderungen bei Schutzgebieten gibt.