Mensch und Umwelt

Als Teil der deutschen Energiewende dient der Netz­ausbau dem Klima- und damit dem Umweltschutz. Doch auch negative Folgen für Mensch und Umwelt sind möglich. Diese müssen vermieden werden, wo immer es geht. Die Bundes­netz­agentur hat darum den gesetz­lichen Auftrag, mögliche Auswirkungen frühzeitig zu prüfen.

Spaziergänger auf einem Weg neben einer Wiese und einem Fluss. Foto: Bundesnetzagentur

Was wird geschützt?

Wie stark sich einzelne Netzausbau-Vorhaben auf die Umwelt auswirken, ist pauschal kaum zu beantworten. Wird beispielsweise eine Freileitung durch ein Erd­kabel ersetzt, so könnte dadurch ein gefährliches Hindernis für Zugvögel entfallen. Auf der anderen Seite würden aber auch Erdarbeiten nötig, die beispiels­weise Folgen für Bodentiere und das Grundwassersystem haben könnten.

Wichtig ist es daher, alle Umweltaspekte genau zu betrachten. Der Gesetzgeber hat dafür sogenannte Schutz­güter definiert, die im Gesetz über die Umwelt­ver­träg­lich­keits­prüfung (UVPG) aufgelistet sind:

Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit,

Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,

Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft,

kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter.

Hinzu kommen noch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Schutzgütern. Wenn in einem Moor zum Beispiel der Wasserspiegel sinkt, hat das unmittelbare Folgen auf die dort lebenden Tiere und Pflanzen, auf den Boden und auf den Wasserhaushalt. Aufgrund dieser Veränderungen können vielfältige Prozesse verändert werden, die Auswirkungen auf das Klima haben, zum Beispiel eine Frei­setzung von CO2. Auch sichtbare Folgen für das Land­schafts­bild sind möglich.

Wie wird geschützt?

Umweltprüfungen

Im Idealfall gelingt es, erhebliche Umweltauswirkungen des Netzausbaus zu ver­meiden. Daneben spielen auch Maßnahmen eine wichtige Rolle, die die Aus­wirkun­gen verringern oder ausgleichen sollen. Voraussetzung für all das sind genaue Unter­suchungen, die sogenannten Umweltprüfungen. Sie sind in drei von fünf Schritten des Netzausbau-Verfahrens vorgesehen.

NOVA-Prinzip

Die Basis der Netzplanung bildet das Prinzip Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau (NOVA). In der Praxis bedeutet dies, dass die Netzbetreiber zunächst ver­suchen müssen, die Nutzung des bestehen­den Stromnetzes zu optimieren. Das kann zum Beispiel durch höhere Belastung bei kühlen Außen­temperaturen geschehen.

Reicht das nicht aus, können einzelne Komponenten bestehender Leitungen ver­stärkt oder durch leistungs­fähigere ersetzt werden, um die Über­tragungs­kapazität zu erhöhen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommen neue Leitungen in Betracht, um den Bedarf zu decken und einen sicheren Netz­betrieb zu gewähr­leisten.

Bündelung

Wenn es möglich und sinnvoll ist, sollen neue Frei­leitungen parallel zu bestehenden Leitungen oder auch zu Straßen oder Schienen verlaufen. Diese sogenannte Bündelung ist ein wichtiger Planungsgrundsatz bei der Festlegung neuer Leitungs­trassen. Sie soll dabei helfen, die Umwelt möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Ökologisches Trassenmanagement

Nach dem Bau einer neuen Stromleitung ist eine regel­mäßige Pflege der Trasse nötig, damit nachwachsende Pflanzen die Leitung nicht beschädigen. Im öko­logischen Trassenmanagement geht es darum, die negativen Auswirkungen solcher Pflegemaßnahmen möglichst gering zu halten.