Monitoringbericht

In ihrem Monitoring­bericht dokumentiert die Bundes­netz­agentur vier Mal im Jahr die Planungs- und Bau­fortschritte im Stromnetz­ausbau. Sie fragt dafür quartals­weise Daten bei den vier deutschen Über­tragungs­netz­betreibern Amprion, TenneT, TransnetBW und 50Hertz ab. Erfasst werden dabei sämtliche Vorhaben aus dem Gesetz zum Ausbau von Energie­leitungen (EnLAG) und dem Gesetz über den Bundes­bedarfsplan (BBPlG). Darüber hinaus umfasst die Abfrage auch die Anbindungs­leitungen zu Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee. Ein weiterer Bestand­teil des Monitoring­berichts sind geplante und bereits erfolgte netz­optimierende Maß­nahmen. Dies sind Aktivitäten der Netz­betreiber, mit denen sie eine höhere Aus­lastung des bestehenden Über­tragungs­netzes erreichen wollen. Leitungs­projekte im Verteiler­netz werden dagegen nicht berücksichtigt.

Stand nach dem vierten Quartal 2020

Zum Stichtag (31. Dezember 2020) umfassten das BBPlG und das EnLAG insgesamt 65 Vorhaben mit einer ungefähren Gesamtlänge von 7.783 km. 20 Vorhaben davon waren bereits vollständig fertiggestellt, acht weitere auf allen Abschnitten mindestens in der Bauphase. Genehmigungsverfahren liefen noch in 31 Vorhaben. In sechs Vorhaben lagen den zuständigen Behörden noch keine vollständigen Anträge vor.

Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (BBPlG und EnLAG)

712
1185
3533
734
1619
noch nicht im Genehmigungs­verfahren
im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren
im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
genehmigt beziehungs­weise im Bau
fertiggestellt

Stichtag: 31. Dezember 2020

Aktuelle Downloads

Neben dem aktuellen Monitoringbericht können Sie verschiedene Übersichtskarten im A3-Format herunterladen. Ältere Berichte finden Sie in unserem Archiv.

Bundesbedarfsplan

Der Bundesbedarfsplan enthielt zum Stichtag 43 Ausbau­vorhaben. Acht davon waren als Pilot­projekte für verlust­arme Übertragung über große Entfernungen (Hoch­spannungs-Gleichstrom-Übertragung) gekenn­zeichnet. Fünf Gleichstrom-Vorhaben sind für die vorrangige Umsetzung mit Erdkabeln und fünf Wechsel­strom-Vorhaben für die Umsetzung mit Erdkabeln auf Teilabschnitten gekenn­zeichnet. Darüber hinaus ist ein Vorhaben als Pilot­projekt für Hoch­temperatur­leiterseile gekenn­zeichnet und zwei werden als Seekabel ausgeführt.

16 Vorhaben sind als länderübergreifend oder grenz­überschreitend gekenn­zeichnet. Bei ihnen führt die Bundes­netz­agentur die Verfahren durch. Diese Vorhaben kommen auf eine Gesamt­länge von etwa 3.651 km. Die Summe hängt allerdings stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore ab und wird sich erst im weiteren Verfahrens­verlauf konkretisieren. Der Großteil der übrigen Vorhaben (etwa 2.207 km) liegt wie beim EnLAG in der Zuständig­keit der Länder. Hinzu kommen noch 98 km, die vom Bundes­amt für Seeschiff­fahrt und Hydrographie (BSH) genehmigt wurden.

Die Änderungen, die sich durch die Novellierung des BBPlG Anfang 2021 ergeben, sind im aktuellen Bericht noch nicht erfasst. Sie werden für das Netzausbau-Monitoring des ersten Quartals 2021 berücksichtigt werden.

Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (BBPlG)

712
1177
3267
207
593
noch nicht im Genehmigungs­verfahren
im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren
im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
genehmigt beziehungs­weise im Bau
fertiggestellt

Stichtag: 31. Dezember 2020

Die Gesamtlänge der BBPlG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 5.956 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum dritten Quartal 2020):

  • etwa 712 km vor dem Genehmigungsverfahren (+43 km)
  • etwa 1.177 km im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren (-533 km)
  • etwa 3.267 km im oder vor dem Planfeststellungs- oder Anzeigeverfahren (+543 km)
  • 207 km genehmigt beziehungsweise im Bau (-47 km)
  • 593 km fertiggestellt (+82 km)

Details finden Sie im Kapitel »Vorhaben nach dem Bundes­bedarfsplan­gesetz« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden Vorhabenseiten.

Energieleitungsausbaugesetz

Das EnLAG enthielt zum Stichtag 22 Ausbau­vorhaben. Sechs davon waren als Erdkabel-Pilot­projekte gekennzeichnet. Bei diesen Vorhaben besteht unter bestimmten Voraus­setzungen die Möglichkeit zur Teil­erdverkabelung. Die Raumordnungs- und Plan­feststellungs­verfahren liegen in der Verantwortung der betroffenen Bundesländer.

Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (EnLAG)

8
266
527
1026
noch nicht im Genehmigungs­verfahren
im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren
im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
genehmigt beziehungs­weise im Bau
fertiggestellt

Stichtag: 31. Dezember 2020

Die Gesamtlänge der EnLAG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 1.827 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum dritten Quartal 2020):

  • etwa 8 km im Raumordnungsverfahren (keine Veränderung)
  • etwa 266 km im oder vor dem Planfeststellungs­verfahren (-5 km)
  • 527 km genehmigt beziehungsweise im Bau (-31 km)
  • 1.026 km fertiggestellt (+32 km)

Details finden Sie im Kapitel »Vorhaben nach dem Energie­leitungs­ausbau­gesetz« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden Vorhabenseiten.

Offshore-Anbindungen

Offshore-Anbindungs­leitungen verbinden die Offshore-Wind­parks in der Nord- und der Ostsee mit dem Über­tragungs­netz auf dem Festland. Ihr Bedarf wird im Netz­entwicklungs­plan (NEP) ermittelt, wobei die Vorgaben des Flächen­entwicklungs­plans (FEP) zugrunde gelegt werden. Die im aktuellen Monitoring­bericht dargestellten Anbindungs­leitungen basieren auf dem NEP 2019-2030.

Das Startnetz kam zum Stichtag auf eine Leistung von rund 9,8 GW in der Nordsee und rund 1,9 GW in der Ostsee. Es umfasst Anbindungs­systeme, die bereits in Betrieb genommen oder beauftragt sind oder die einen bezuschlagten Wind­park erschließen. Das Zubau­netz umfasst dagegen Netz­anbindungen, die im NEP 2019-2030 bestätigt wurden. Dazu gehören sechs Netz­anbindungen für Offshore-Wind­erzeugung in der Nord­see und zwei Netz­anbindungen in der Ostsee. Details finden Sie im Kapitel »Ausbau der Offshore-Anbindungen« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden sowie auf den Übersichts­seiten zur Nordsee und zur Ostsee.

Die in der Nordsee geplanten Verbindungs­leitungen Viking Link und NeuConnect sind keine Offshore-Anbindungs­leitungen und werden daher im Bericht nicht erfasst. Ebenfalls kein Teil des Offshore-Monitorings sind die Seekabel-Projekte NordLink und Combined Grid Solution, die unter das Bundes­bedarfs­plan-Monitoring fallen.

Netzoptimierung

Netzoptimierende Maßnahmen sollen die Auslastung des Übertragungs­netzes erhöhen. Sie umfassen zum einen last­fluss­steuernde Maßnahmen, bei denen durch den Einbau spezieller Netz­betriebs­mittel der Last­fluss aktiv gesteuert werden kann. So können über­lastete Netz­elemente gezielt entlastet werden, ohne die Über­tragungs­fähigkeit des Netzes insgesamt zu erhöhen. Zum Stich­tag waren zwölf last­fluss­steuernde Maß­nahmen geplant. Zwei weitere befanden sich bereits in Betrieb.

Netzbooster-Pilot­anlagen sollen durch eine reaktive Netzbetriebs­führung Netz­ausbau­maßnahmen und Kosten für Redispatch­maßnahmen einsparen. Langfristig sollen die Lasten und Ein­speisungen so platziert werden, dass die Anlagen einen großen Teil des Über­tragungs­netzes entlasten und dieses so dauer­haft näher an seiner eigent­lichen Belastungs­grenze (Dauer­betriebs­strom) betrieben werden könnte. Zum Stichtag waren zwei Netzbooster-Pilot­anlagen geplant.

Hinzu kommt als netzverstärkende Maßnahme der Einsatz von Hoch­temperatur­leiterseilen, welche eine höhere Netz­kapazität gewähr­leisten können. Zum Stichtag war für zwei Vorhaben des EnLAG und zehn Vorhaben des BBPlG die Nutzung von Hoch­temperatur­leiterseilen geplant. Darüber hinaus waren Hoch­temperatur­leiterseile bei fünf weiteren bestätigten Maß­nahmen des NEP 2019-2030 vor­gesehen. Ein Strom­kreis­abschnitt ist bereits seit 2012 in Betrieb.

Details finden Sie im Kapitel »Netz­optimierungs- und -verstärkungs­maßnahmen« im aktuellen Monitoring­bericht.

Archiv

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