Monitoringbericht

In ihrem Monitoring­bericht dokumentiert die Bundes­netz­agentur vier Mal im Jahr die Planungs- und Bau­fortschritte im Stromnetz­ausbau. Sie fragt dafür quartals­weise Daten bei den vier deutschen Über­tragungs­netz­betreibern Amprion, TenneT, TransnetBW und 50Hertz ab. Erfasst werden dabei sämtliche Vorhaben aus dem Gesetz zum Ausbau von Energie­leitungen (EnLAG) und dem Gesetz über den Bundes­bedarfsplan (BBPlG). Darüber hinaus umfasst die Abfrage auch die Anbindungs­leitungen zu Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee. Ein weiterer Bestand­teil des Monitoring­berichts sind geplante und bereits erfolgte netz­optimierende Maß­nahmen. Dies sind Aktivitäten der Netz­betreiber, mit denen sie eine höhere Aus­lastung des bestehenden Über­tragungs­netzes erreichen wollen. Leitungs­projekte im Verteiler­netz werden dagegen nicht berücksichtigt.

Stand nach dem zweiten Quartal 2021

Zum Stichtag (30. Juni 2021) umfassten das BBPlG und das EnLAG insgesamt 101 Vorhaben mit einer ungefähren Gesamt­länge von 12.239 km. 21 Vorhaben davon waren bereits voll­ständig fertig­gestellt, acht weitere auf allen Abschnitten mindestens genehmigt. In der Genehmigungs­phase befanden sich noch 48 Vorhaben. Für 24 Vorhaben standen die jeweils ersten Anträge auf Bundes­fach­planung beziehungs­weise auf ein Raum­ordnungs­verfahren noch aus.

Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (BBPlG und EnLAG)

2901
920
6045
602
1771
noch nicht im Genehmigungs­verfahren
im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren
im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
genehmigt beziehungs­weise im Bau
fertiggestellt

Stichtag: 30. Juni 2021

Die Gesamtlänge der EnLAG- und BBPlG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 12.239 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum ersten Quartal 2021):

  • etwa 2.901 km vor dem Genehmigungsverfahren (-557 km)
  • etwa 920 km im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren (-67 km)
  • etwa 6.045 km im oder vor dem Planfeststellungs- oder Anzeigeverfahren (+609 km)
  • 602 km genehmigt beziehungsweise im Bau (-54 km)
  • 1.771 km fertiggestellt (+74 km)

Aktuelle Downloads

Neben dem aktuellen Monitoringbericht können Sie verschiedene Übersichtskarten im A3-Format herunterladen. Ältere Berichte finden Sie in unserem Archiv.

Bundesbedarfsplan

Der Bundesbedarfsplan enthält aktuell 79 Ausbau­vorhaben. 16 davon sind als Pilot­projekte für verlust­arme Übertragung über große Entfernungen (Hoch­spannungs-Gleichstrom-Übertragung) gekenn­zeichnet. Zehn Gleichstrom-Vorhaben sind für die vorrangige Umsetzung mit Erdkabeln und zehn Wechsel­strom-Vorhaben für die Umsetzung mit Erdkabeln auf Teilabschnitten gekenn­zeichnet. Darüber sind ein Vorhaben als Pilot­projekt für Hoch­temperatur­leiterseile gekenn­zeichnet und zwei werden als Seekabel ausgeführt.

29 Vorhaben sowie zwei Vorhaben­abschnitte sind als länder­übergreifend oder grenz­überschreitend gekenn­zeichnet. Bei ihnen führt die Bundes­netz­agentur die Verfahren durch. Diese Vorhaben kamen zum Stichtag auf eine Gesamt­länge von etwa 6.397 km. Die Summe hängt allerdings stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore ab und wird sich erst im weiteren Verfahrens­verlauf konkretisieren. Der Großteil der übrigen Vorhaben (etwa 3.797 km) liegt wie beim EnLAG in der Zuständig­keit der Länder. Hinzu kommen noch 218 km, für die das Bundes­amt für Seeschiff­fahrt und Hydrographie (BSH) die Verfahren durchführt.

Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (BBPlG)

2901
912
5779
136
684
noch nicht im Genehmigungs­verfahren
im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren
im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
genehmigt beziehungs­weise im Bau
fertiggestellt

Stichtag: 30. Juni 2021

Die Gesamtlänge der BBPlG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 10.412 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum ersten Quartal 2021):

  • etwa 2.901 km vor dem Genehmigungsverfahren (-557 km)
  • etwa 912 km im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren (-67 km)
  • etwa 5.779 km im oder vor dem Planfeststellungs- oder Anzeigeverfahren (+609 km)
  • 136 km genehmigt beziehungsweise im Bau (-29 km)
  • 684 km fertiggestellt (+49 km)

Details finden Sie im Kapitel »Vorhaben nach dem Bundes­bedarfsplan­gesetz« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden Vorhabenseiten.

Energieleitungsausbaugesetz

Das EnLAG enthielt zum Stichtag 24 Ausbau­vorhaben. Sechs davon waren als Erdkabel-Pilot­projekte gekennzeichnet. Bei diesen Vorhaben besteht unter bestimmten Voraus­setzungen die Möglichkeit zur Teil­erdverkabelung. Die Raumordnungs- und Plan­feststellungs­verfahren liegen in der Verantwortung der betroffenen Bundesländer.

Planungs- und Baufortschritt in Leitungskilometern (EnLAG)

8
266
466
1087
noch nicht im Genehmigungs­verfahren
im Raumordnungs- oder Bundes­fachplanungs­verfahren
im oder vor dem Plan­feststellungs- oder Anzeigeverfahren
genehmigt beziehungs­weise im Bau
fertiggestellt

Stichtag: 30. Juni 2021

Die Gesamtlänge der EnLAG-Vorhaben lag zum Stichtag bei etwa 1.827 km, die sich wie folgt aufteilen (inklusive Veränderung zum ersten Quartal 2021):

  • etwa 8 km im Raumordnungsverfahren (keine Veränderung)
  • etwa 266 km im oder vor dem Planfeststellungs­verfahren (keine Veränderung)
  • 466 km genehmigt beziehungsweise im Bau (-25 km)
  • 1.087 km fertiggestellt (+25 km)

Details finden Sie im Kapitel »Vorhaben nach dem Energie­leitungs­ausbau­gesetz« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden Vorhabenseiten.

Offshore-Anbindungen

Offshore-Anbindungs­leitungen verbinden die Offshore-Wind­parks in der Nord- und der Ostsee mit dem Über­tragungs­netz auf dem Festland. Ihr Bedarf wird im Netz­entwicklungs­plan (NEP) ermittelt, wobei die Vorgaben des Flächen­entwicklungs­plans (FEP) zugrunde gelegt werden. Die im aktuellen Monitoring­bericht dargestellten Anbindungs­leitungen basieren auf dem NEP 2019-2030.

Das Startnetz kam zum Stichtag auf eine Leistung von rund 9,8 GW in der Nordsee und rund 1,9 GW in der Ostsee. Es umfasst Anbindungs­systeme, die bereits in Betrieb genommen oder beauftragt sind oder die einen bezuschlagten Wind­park erschließen. Das Zubau­netz umfasst dagegen Netz­anbindungen, die im NEP 2019-2030 bestätigt wurden. Dazu gehören sechs Netz­anbindungen für Offshore-Wind­erzeugung in der Nord­see und zwei Netz­anbindungen in der Ostsee. Details finden Sie im Kapitel »Ausbau der Offshore-Anbindungen« im aktuellen Monitoring­bericht sowie auf den entsprechenden sowie auf den Übersichts­seiten zur Nordsee und zur Ostsee.

Die in der Nordsee geplante Verbindungs­leitung Viking Link ist keine Offshore-Anbindungs­leitung und wird daher im Bericht nicht erfasst. Ebenfalls kein Teil des Offshore-Monitorings sind die Seekabel-Projekte NordLink, NeuConnect, Combined Grid Solution und Hansa PowerBridge, die unter das Bundes­bedarfs­plan-Monitoring fallen.

Netzoptimierung

Netzoptimierende Maßnahmen sollen die Auslastung des Übertragungs­netzes erhöhen. Sie umfassen zum einen last­fluss­steuernde Maßnahmen, bei denen durch den Einbau spezieller Netz­betriebs­mittel der Last­fluss aktiv gesteuert werden kann. So können über­lastete Netz­elemente gezielt entlastet werden, ohne die Über­tragungs­fähigkeit des Netzes insgesamt zu erhöhen. Zum Stich­tag waren zwölf last­fluss­steuernde Maß­nahmen geplant. Zwei weitere befanden sich bereits in Betrieb.

Netzbooster-Pilot­anlagen sollen durch eine reaktive Netzbetriebs­führung Netz­ausbau­maßnahmen und Kosten für Redispatch­maßnahmen einsparen. Langfristig sollen die Lasten und Ein­speisungen so platziert werden, dass die Anlagen einen großen Teil des Über­tragungs­netzes entlasten und dieses so dauer­haft näher an seiner eigent­lichen Belastungs­grenze (Dauer­betriebs­strom) betrieben werden könnte. Zum Stichtag waren zwei Netzbooster-Pilot­anlagen geplant.

Hinzu kommt als netzverstärkende Maßnahme der Einsatz von Hoch­temperatur­leitern, welche eine höhere Netz­kapazität gewähr­leisten können. Zum Stichtag war für zwei Vorhaben des EnLAG und 17 Vorhaben des BBPlG die Nutzung von Hoch­temperatur­leitern geplant. Darüber hinaus waren Hoch­temperatur­leiter bei einer weiteren bestätigten Maß­nahme des NEP 2019-2030 vor­gesehen. Ein Strom­kreis­abschnitt ist bereits seit 2012 in Betrieb.

Details finden Sie im Kapitel »Netz­optimierungs- und -verstärkungs­maßnahmen« im aktuellen Monitoring­bericht.

Archiv

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